Ausbildung Westliche Kräuter in der TCM ab Januar 2018

Westliche Kräuter in der TCM – Die 49 wichtigsten Rezepturen
Von der Diagnose zur Kräuter-Auswahl und Rezeptur

5 Wochenenden in Wuppertal (Januar bis Mai 2018)

»Warum eine Erkrankung, die hier entstanden ist, mit Kräutern aus China behandeln?« (Paracelsus)

Zu jeder Erkrankung gibt es eine passende Arzneipflanze aus dem europäischen Heilkräuter-Schatz. Tatsächlich wachsen in unserer Umgebung, oft am Wegesrand, wirkungsmächtige Heilkräuter, die wir gemäß den Prinzipien der TCM anwenden. Mit Erfolg.

In der Ausbildung lernen Sie die wichtigsten Rezepturen westlicher Kräuter in Form von Rohdrogen oder Tinkturen kennen, die Sie zur Behandlung im Sinne der Chinesischen Medizin einsetzen können. Ausgehend von der Pathophysiologie und Behandlungsstrategie werden Einzelkräuter und Rezepturen vorgestellt zur Behandlung häufiger Beschwerdebilder in der täglichen Praxis.

Westliche Kräuter haben heute einen festen Platz in der TCM-Praxis, treffen auf hohe Akzeptanz bei den Patienten, sind leicht zu beschaffen, vom Preis her erschwinglich und in ihrer Qualität kontrolliert.

Im Haug-Verlag erschien das umfassende und viel beachtete Lehrbuch „180 westliche Kräuter in der Chinesischen Medizin. Behandlungsstrategien und Rezepturen“, an dem Helmut Magel maßgeblich beteiligt war. Zugleich werden auch weitere Ansätze und Lehrbücher zur Therapie mit westlichen Kräutern in der TCM aufgenommen und erörtert.

Inhalte:
West-östliche Geschichte der Kräutertherapie
Diagnostik und klinische Strategien der Chin. Medizin
Materia Medica und Kräutermerkmale
Rezepturen und Einzelkräuter
Pathomechanismus und Therapie-Strategien
Tonisierende, nährende Rezepturen
Qi- und Yang-Tonika
Blut- und Yin-Tonika
Rezepturen bei Verdauungsproblemen
Qi und Blut bewegende und harmonisierende Rezepturen

Oberfläche befreiende Rezepturen
Nässe und Schleim eliminierende Rezepturen
Rezepturen bei Harnwegs-Erkrankungen
Rezepturen zum rheumatischen Formenkreis
Blutungsstillende/ adstringierende Rezepturen
Shen beruhigende Rezepturen
Hitze kühlende, Feuer ausleitende Rezepturen
Rezepturen zur Regulierung des weiblichen Zyklus

Vertiefung:
Diagnose/Behandlungsstrategie/Rezeptur/Modifikation

 

Lernziel:
Selbständiges Behandeln von Patienten unter Einsatz der Chinesischen Arzneimitteltherapie mit westlichen Kräutern.

Termine:
Jeweils samstags und sonntags
27./28.01.2018
17./18.02.2018
03./04.03.2018
21./22.04.2018
26./27.05.2018

Unterrichtszeiten:
09.00 Uhr – 17.00 Uhr (sonntags bis 16.00 Uhr)

Dozent:
Helmut Magel (www.helmut-magel.de)

Unterrichtsort:
Praxis Helmut Magel, Löhrerlen 16, 42279 Wuppertal

Kosten:
1050,00 Euro (zahlbar in 5 Raten)

Teilnehmerprofil:
TCM-Grundkenntnisse werden vorausgesetzt

Anmeldung bitte per Mail:
h.magel@t-online.de

Die schwarzen Beeren des Spätsommers

Holundersaft zur Vorbeugung und bei Erkältung

Die schwarzen Holunderbeer-Dolden gehören zum Spätsommer. Sie können jetzt überall in der Natur reichlich gepflückt werden. Aber Vorsicht, denn es kann leicht Flecken geben, die schlecht zu entfernen sind. Aber es lohnt sich: was da in den kleinen Bäumen hängt, ist ein hervorragendes Mittel zur Stärkung der allgemeinen und Abwehr-Energie im Besonderen. Seit den alten Griechen und Römern weiß man ihre Heilwirkung zu schätzen.

Holunderbeeren sind ein altes Heilmittel

Schwarzer Holunder hilft bei fiebrigen Infekten, Erkältungen, Husten, Gicht, Rheuma, Ödemen, Blähungen, Kopfschmerzen, Nervosität, Schlaflosigkeit, unreiner Haut und Entzündungen.

Die Beeren, die zu Saft eingekocht werden, befreien im Sinne der Chinesischen Medizin die “Oberfläche”. Wenn Sie den Saft heiß trinken, wird die Kälte, die die Er-”Kältung” verursacht, durch Schwitzen heraus befördert und zusätzlich die Abwehr durch die wertvollen Inhaltsstoffe gestärkt.

Die Beeren haben eine dunkle blauschwarze, etwas rötliche Farbe und geben damit einen Hinweis für ihre positive Wirkung auf das Blut. Für die antike westliche Medizin galten sie als “Blut reinigend” und ein Mittel gegen Rheuma und Gicht. Um gut schlafen zu können und gelassen zu sein, muss nach chinesischer Auffassung der Geist im Blut verankert sein. Insofern wirkt Holundersaft zur Beruhigung und gegen Schlafstörungen.

Die Beeren enthalten viele Mineralstoffe und Vitamine und beachtliche Mengen an Aminosäuren, davon 40 bis 50 % essentielle. Die enthaltenen Glykoside wirken Herz stärkend. Die ätherischen Öle des Holunders wirken beruhigend und entzündungshemmend auf die Schleimhäute, fördern die Sekretion und lösen Schleim. In der Herbstzeit werden viele Menschen von Erkältungskrankheiten geplagt. Holunderbeeren sind dann genau richtig: sie stärken die Abwehrkräfte und helfen Erkältungen zu bekämpfen.

Die bioaktiven Substanzen wie Ballast-, Gerbstoffe sowie der typische Farbstoff Sambucyanin, der zu den Flavonoiden gehört und sogar Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt, macht die Holunderbeeren zu einem zu einem wahren Gesundbrunnen.

Holundersaft selber machen

Holunderbeeren dürfen nicht roh gegessen werden, sondern müssen zu Saft gekocht werden. Glücklicherweise sind die vielen Vitamine in den Holunderbeeren dank der reichlichen Gerbstoffe sehr stabil. Jemand, der empfindlich auf Säure reagiert, braucht auf Holunderbeersaft nicht zu verzichten, sein Gehalt an Apfel- und Weinsäure ist relativ niedrig.

Holunderbeeren kochen

Der Holundersaft kann heiß oder kühl getrunken werden. Der heiße Holundersaft eignet sich besonders gut, um eine Erkältung mit einer Schwitzkur zu kurieren.

So wird der Holundersaft schnell selbst gemacht:
– Holunderbeeren gründlich waschen.
– die reifen Beeren sorgfältig von den Stengeln abrebeln, eine Gabel kann dabei hilfreich sein.
– Wasser (daumenbreit) in einen Topf geben, die Beeren hinzugeben und alles aufkochen
– 15 Min. köcheln lassen, dann sind die Beeren weich (mit dem Kochlöffel als Probe an den Rand drücken). Sie sollten viel Saft abgegeben haben. Eventuell süßen kann man mit Honig.
– ein sauberes Tuch so über einem weiteren Topf befestigen, dass es den Brei auffangen kann. Das Tuch kann auch in ein großes Sieb über dem Topf gelegt werden.
– die gekochten Beeren auf das Tuch schütten und über Nacht abtropfen lassen, bis der ganze Saft herausgetropft ist. Das Tuch am Schluss kräftig auspressen.
– Der fertige Holundersaft kann frisch getrunken werden

Beeren durch ein Sieb pressen

Um ihn längere Zeit aufzubewahren, muss man ihn konservieren. Dazu wird der Saft in saubere Flaschen oder Gläser gefüllt und diese mit Gummipfropfen oder Schraubverschlüssen verschlossen. Anschließend erhitzt man den abgefüllten Holundersaft in einem Topf mit heißem Wasser. Mindestens dreißig Minuten lang muss der Saft kochen, um steril zu werden. Dann kann man den Holundersaft lange Zeit an einem kühlen Ort aufbewahren.

Den Saft kann man dann bei Erkältung wieder warm machen und dem Kranken reichen. Oder man kann ihn als Basis für Süßspeisen und Gelee nutzen.

Wohl bekommt es. Gute Gesundheit!

Spätsommer – die Jahreszeit mit dem schönsten Licht

Wenn das Korn geerntet ist, beginnt die Drachenzeit

Zumindest früher, vor etwa 50 Jahren, war das so. Die Kinder bauten die Drachen selbst, die gab es nicht einfach zu kaufen…

… Festes Papier, Holzlatten, kleine Nägel, Kleber (oft aus Mehl und Wasser selbst gemacht), eine Kordel und möglichst buntes Papier für den “Schwanz” wurden benötigt. Dafür musste man eines Geschick haben und sich Rat bei älteren “Fachleuten” einholen, damit der Drache auch in der Lust blieb und nicht knatternd abstürzte. Die lange dünne Schnur, an dem man den Drachen hielt, durfte man nicht mit dem Fingernagel halten, denn die Schnur hatte einen starken Zug und konnte schnell reißen. Angelschnur gab es damals noch nicht.

Zum Drachensteigen benötigten wir die freien Stoppelfelder. Obwohl die Kinder meist nicht “mit Feuer spielen” durften, machten sie doch ein kleines Feuer, in dem sie die auf den Feldern liegen gebliebenen Kartoffeln der letzten Ernte brieten. Der rauchige süßliche Geruch dieser Feuer gehörte zur Drachenzeit. Vielleicht gibt es so etwas heute noch in ländlichen Gegenden.

Morgens steigt der Nebel auf im Spaätsommer

Altweibersommer

Damit begann der Altweibersommer, jene in sanftes warmes Licht getauchte Jahreszeit, die vornehmlich durch eine Hochdruckwetterlage über Mitteleuropa mit trocken-warmen Winden gekennzeichnet ist.

Weibern – Weben – der spätsommerliche Tau macht die Spinnfäden sichtbar

Das Wort Altweibersommer stammt von dem altdeutschen Wort „weiben“ und bedeutet das Knüpfen von Spinnweben. Denn an Tagen mit sonnigem Wetter kühlt es sich in den klaren Nächten stark ab, so dass in den Morgenstunden durch den Tau die Spinnweben deutlich zu erkennen sind. Die glänzenden Fäden glitzern im Sonnenlicht wie lange, silbergraue Haare wie – so glaubte man früher – das Haar alter Weiber.

Spätsommer – der Kaiser ruht sich aus

Der fliegende Drache – Chinas berühmtestes Symbol

Aus Sicht der Meteorologen beginnt am 1. September der Herbst. Die Abende sind noch mild und die Tage noch sonnig und warm. Die letzten Gartenfeste werden gefeiert und lassen uns Abschied nehmen vom Sommer. Es ist die Zeit des Übergangs zur kühlen und kalten Jahreshälfte, auf die sich der Körper allmählich einstellt. Der Mensch wird in der Übergangsphase anfälliger für Erkrankungen.

Der Spätsommer wurde im alten China als 5. Jahreszeit der Wandlungsphase Erde zugeordnet. Der Kaiser ruhte in dieser Zeit im Zentrum seines Reiches. Auch das Zentrum, die Mitte, zählt zur Wandlungsphase Erde.

Die Erde und die Mitte spielen in der Entsprechungslehre eine harmonisierende Rolle. Denken Sie an den süßen Geschmack, der ebenfalls der Erde zugeordnet ist und viele Speisen “rund” werden lässt, ohne dass Sie viel Süßes zu geben müssten. Das ist auch der Grund dafür, warum wir bei Stress gerne auf Süßigkeiten zurückgreifen, denn die harmonisieren auch unser Inneres und helfen zu besänftigen.

Holunderbeeren jetzt pflücken – zum Entsaften

Genießen Sie die Zeit. Erfreuen Sie sich an den Blüten der Herbstzeitlose, sammeln Sie die schwarzen Holunderfrüchte für Saft, die Haselnüsse, backen Sie Pfannkuchen mit Äpfeln und Zwetschgen.

TCM-Zukunft 2027 in Europa

China betreibt flächendeckend an Konfuzius-Institute angegliederte TCM-Kliniken mit akademischem chinesischen Personal. Inländische Angestellte sind für die Kommunikation und Organisation zuständig. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen mehr als nur die Akupunktur-Behandlung von Rücken-, Knie- und Kopfschmerzen. Dafür haben internationale chinesische Studien mit Unterstützung der WHO gesorgt. Klinisch sind die Zentren sehr erfolgreich. Sie stehen für das TCM-Original, dessen Kopien in Heilpraktiker- und Ärzte-Praxen an Attraktivität längst marginalisiert sind.

Düsteres Zukunftsbild oder Siegeszug der Chinesischen Medizin?

In Malta, dem zwar kleinsten, aber immerhin EU-Land, wurde im Januar unter Mithilfe der EU ein oben beschriebenes TCM-Zentrum erstmals in Europa eröffnet. In anderen Kontinenten gibt bereits zahlreiche TCM-Zentren unter chinesischer Führung. Ein ähnliches Zentrum wurde für Hradec Králové (Königgrätz) in Tschechien vereinbart.

China verfolgt im Zuge von 10-Jahresplänen die „Internationalisierung“ der TCM und deren Standardisierung in ISO-Normen. Das muss nicht alles schlecht sein. Ziel ist die Anerkennung der TCM als Teil der Gesundheitssysteme der verschiedenen Länder der Welt – und die Akademisierung der Ausbildung. Ignorieren oder mitwirken? Das ist die Frage an die Akupunktur-Gesellschaften in Europa.

China will die Welt verbinden – auch über die TCM

China erweckt die Seidenstraße zu neuem Leben. Über die Jahrhunderte alte Handels- und Kultur-Route soll Europa mit Zentral- und Südostasien verbunden werden. Es geht um immense Investitionen entlang der Route zu Land und zu Wasser. Es geht um politischen, wirtschaftlichen, aber auch um kulturpolitischen Einfluss. Und es geht um die Definitions-Hoheit über die Chinesische Medizin.

Akademisierung und Standardisierung der TCM: Transparenz und Gleichberechtigung?

China plant, den Absatzmarkt für pharmazeutische Roh- und Industrieprodukte auszuweiten und zeitgleich die Interpretation dessen, was Chinesische Medizin sei, nicht anderen zu überlassen. Im Verbund mit der WHO arbeiten große weltweit operierende chinesische TCM-Organisationen wie die WFCHS zusammen mit dem Ministerium für Traditionelle Chinesische Medizin der Volksrepublik daran, die Ausbildung weltweit zu akademisieren und zu standardisieren. Für die TCM in Deutschland stellt sich dabei die Frage: Welche langfristigen Auswirkungen auf die Ausbildung und Praxis der TCM wird das möglicherweise zur Folge haben?

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Den Sommer auf den Teller

Lebensfreude, Lust, Liebe, Lachen, Kreativität, Inspiration entsprechen der Wandlungsphase Feuer. Dazu passt als Jahreszeit der Sommer, der kalendarisch am 21. Juni beginnt. Die alten Weisen empfahlen, sich der Jahreszeit gemäß zu verhalten. Das gilt auch für die Ernährung. Damit ist jedoch mehr als Grillen im Garten gemeint.

Heitere Stimmung – leichte Speisen

Lebensfreude, Lust, Liebe, Lachen, Kreativität, Inspiration entsprechen der Wandlungsphase Feuer. Dazu passt als Jahreszeit der Sommer, der meteorologisch am 1. Juni beginnt. Die alten Weisen empfahlen, sich der Jahreszeit gemäß zu verhalten. Das gilt auch für die Ernährung. Damit ist jedoch mehr als Grillen im Garten gemeint.

Zu der heiteren Leichtigkeit, die im Sommer angezeigt ist, würden schwer im Magen liegende Eintöpfe ganz und gar nicht passen. Heiterkeit und Leichtigkeit kommen dann auf, wenn das Qi, die Lebensenergie, und das Blut unbeschwert fließen können.

Mehr noch: die Energie sollte nach „oben“ fließen. Nach oben zum Herzen und um den Geist, den „Kopf“, frei zu halten von schweren Gedanken. Dazu passen zum Beispiel Blattsalate und leicht verdauliche, nicht zu lange gekochte Gemüse.

Und zur Oberfläche, zur Haut, soll die Energie fließen. Damit soll verhindert werden, dass sich im Inneren des Körpers Hitze anstauen kann. Mit anderen Worten: das Schwitzen soll gefördert werden, wenn es heiß wird. Aber bitte nehmen Sie dafür keine Eiswürfel. Wenn Sie schon mal in heißen Ländern waren, dann wissen Sie vielleicht, dass die Menschen dort heißen Tee trinken und keine Cola mit Eiswürfeln. Der heiße Tee, und zusätzlich oft scharf gewürzte Speisen, treiben die Hitze von Innen nach außen.

Warum ist das wichtig? Dem Sommer ist das Herz zugeordnet, das im Sommer des besonderen Schutzes bedarf. Da es, wie der Sommer, zur Wandlungsphase Feuer gehört, muss es vor Hitze geschützt werden. Besonders bei schwül-warmem Wetter bekommt man leicht Kreislaufprobleme.

Sie brauchen nicht zum Rohköstler zu werden

Es heißt es auch, im Sommer soll die kühlende Kraft des Körpers, die wie ein Thermostat funktioniert, bewahrt werden. Auch dafür sollten Sie nichts aus dem Kühlschrank essen oder trinken. Dafür stellt die Natur uns säftereiches Obst und wasserreiche Gemüsesorten zur Verfügung. Beide kühlen den Körper und befeuchten ihn zusätzlich, kompensieren so den Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen.

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Meteorologisch ist seit dem 1. Juni Sommer

In diesen Tagen zeigt sich der Sommer mit blauem Himmel, Schönwetterwolken und ansehnlichen Temperaturen. Die Meteorologen legen den Sommerbeginn auf den 1. Juni. Und die Phänologenteilen den Sommer in 3 Abschnitte ein. Vielleicht haben Sie schon draußen in der Natur gesehen, dass die bauern das erste Heu eingefahren haben. Das ist der Frühsommer.

Heuernte im Frühsommer: Das Heu wird gewendet

Im Frühsommer, der meist mit dem Juni zusammenfällt blühen Gräser, Schwarzer Holunder, Schlehdorn und Wald-Geißbart. Der Klatschmohn färbt die Wegränder rot. Während der Winterroggen bereits blüht, zeigen sich bei den anderen Getreidearten die ersten Ähren und Rispen. Im Frühsommer wird erstmals Heu geerntet.

Im anschließenden Hochsommer blühen Sommerlinde, Wegwarte und Kartoffel; in den Gärten reifen die Johannisbeeren. Sie ist die Signalpflanze für den Hochsommer. In der zweiten Hälfte dieses Abschnitts beginnt die Getreideernte. Wintergerste, Winterroggen und schließlich der Hafer werden eingefahren.

Im Spätsommer (August) reifen bereits zahlreiche Früchte wie Frühapfel, Frühzwetschge und die Eberesche (Vogelbeere), zu blühen beginnt das Heidekraut und die Herbstanemone. Das Heu wird zum zweiten Mal gemäht. Späte Getreidesorten werden geerntet.

Der Garten im Frühsommer

Jetzt in den ersten Tagen des Sommers lädt das Wetter dazu ein, sich im Garten oder Feld und Wald „sein“ Plätzchen zu suchen, von dem Goethe schwärmte:

„Immer war mir das Feld und der Wald und der Fels und die Gärten
Nur ein Raum, und du machst sie,
Geliebte, zum Ort.
Raum und Zeit, ich empfind es,
sind bloß Formen des Anschauns,
Da das Eckchen mit dir, Liebchen,
unendlich mir scheint.“

(Goethe, Die vier Jahreszeiten – Sommer)

Lebensfreude, Lust, Liebe, Lachen, Kreativität, Inspiration entsprechen der chinesischen Wandlungsphase Feuer. Die zugeordnete Jahreszeit ist der Sommer, das entsprechende Organ die Funktionskreise Herz und Dünndarm. Die klassische Empfehlung lautet, sich der Jahreszeit gemäß zu verhalten, andernfalls läuft man Gefahr, das Herz zu schädigen und im Herbst zu erkranken.

Gibt es eine schönere Prävention als Lust, Lebensfreude, Liebe und Lachen?

Über Phänologie: https://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%A4nologie

Wie die Chinesen ihre Liebe ins Jenseits senden

In China ist Papier nicht nur vor über 2000 Jahren erfunden worden, sondern es spielt dort bis heute bei den Ritualen zum Tod von geliebten Menschen eine wichtige Rolle. Dinge, die der Verstorbene für ein gutes Leben im Jenseits braucht, werden ihm in Form von Nachbildungen aus Papier gesandt: Sie werden verbrannt und nehmen dabei den Weg in die Welt der Toten.

Papierene Brandopfer im chinesischen Ahnenkult

Die Ausstellung „Kleidung, Smartphone und Bananen aus Papier“ in dem LVR-Industriemuseum „Papiermühle Alte Dombach“ in Bergisch Gladbach  beleuchtet dieses über tausend Jahre alte Ritual und seine heutige Praxis mit papierenen Opfergaben aus dem Jahr 2016.

Duftseife und Büstenhalter – damit erhöhen sich die Chancen auch im Jenseits.

Das Verbrennen von Opfergaben aus Papier ist verbunden mit der Vorstellung einer jenseitigen Welt, in der Ahnen, Geister und Götter leben. Da man glaubt, dass diese großen Einfluss auf das Schicksal der Lebenden haben, möchten die Angehörigen ihnen Annehmlichkeiten bieten und Wünsche erfüllen.

Die Gaben orientieren sich an der Lebensweise und den Vorlieben des Verstorbenen. Es gibt Speisen, Genussmittel wie Zigaretten, Kochgeschirr, traditionelle und moderne Kleidung, Häuser und Hausrat, Kommunikationsgeräte wie Smartphone oder Computer, Autos, Musikinstrumente, Kinderspielzeug, auch Rollstühle und andere Hilfsmittel – alles in realem oder verkleinertem Maßstab. Auch Geld spielt nach wie vor eine wichtige Rolle.

Der Hamburger-Bäcker scheint auch im Jenseits beliebt zu sein.

Die Ausstellung präsentiert nicht nur die Geschichte einer alten Tradition in China, sondern lässt auch Blicke auf den modernen Alltag in einem Land zu, das sich in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend gewandelt hat und in dem sich traditionelle Lebensformen und modernste Megastädte gegenüberstehen.

LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach
Alte Dombach, 51465 Bergisch Gladbach

Laufzeit: 12.3.2017 – 22.12.2017
Öffnungszeiten: Di – Fr 10 – 17 Uhr, Sa – So 11 – 18 Uhr

http://www.industriemuseum.lvr.de/de/bergisch_gladbach/ausstellungen_4/kleidung__smartphone_und_/kleidung__smartphone_und_bananen_aus_papier.html

War der Maler Magritte ein Daoist?

Ein über dem Meer schwebender Felsblock, auf dessen Spitze eine Burg steht; ein Apfel, der den ganzen Raum eines Zimmers füllt. Solche oder ähnliche Reproduktionen sind Ihnen sicher schon begegnet. Dinge, die in der Realität in dieser Kombination nicht vorkommen, malte der Surrealist René Magritte (1898–1967). Aber was heißt schon Realität?

Ist das eine Pfeife, die wir auf dem Bild sehen? Nein. Das ist keine Pfeife, schreibt Magritte. Aber was ist das sonst?

«Der Verrat der Bilder» heißt eine Ausstellung in der Schirn in Frankfurt a. M. (bis 5. Juni 2017) und zeigt eine breite Auswahl von Bildern des Surrealisten Magritte:

Beim Betrachten der Bilder und der meist rätselhaften Bildtitel in der Ausstellung gewann ich den Eindruck, dass alle Arbeiten den Grundgedanken zu illustrieren scheinen, dass von dem, was wir tagtäglich sehen und benennen, nichts der Wirklichkeit entspricht. Es ist eine folgenschwere Verwechslung, im Alltag den Begriff oder das Bild für die Wirklichkeit zu nehmen. Sobald wir etwas sprachlich benennen, deuten wir es bereits.

Das erinnert mich an zwei Philosophen, die zweieinhalbtausend Jahre auseinander liegen: Lao Zi und Wittgenstein. Lao Zi schrieb:

sagbar das Dao
doch nicht das ewige Dao
nennbar der name
doch nicht der ewige name

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Träumen Chinesen anders als Europäer?

Freud und die Träume

Unsere Träume setzen sich zusammen aus Versatzstücken unserer Erlebnisse und Eindrücke, seien sie aktuell oder weit in der Zeit zurückliegend. Sigmund Freud bezeichnete Träume als ein «Konglomerat», «in dem jeder Brocken Gestein eine besondere Bestimmung verlangt.» Er folgerte daraus: «Es sind sicherlich die unzusammenhängenden und verworrenen Träume, von denen der Antrieb zur Schöpfung der Chiffriermethode ausgegangen ist.»

Und dann macht der Mann aus der Bergstraße in Wien die interessante Feststellung, «dass die orientalischen Traumbilder, von denen die unsrigen klägliche Abklatsche sind, die Deutung der Traumelemente meist nach dem Gleichklang und der Ähnlichkeit der Worte vornehmen» und lobt «die außerordentliche Bedeutung des Wortspiels und der Wortspielerei in den alten orientalischen Kulturen». Freuds Schlussfolgerung: «Übrigens hängt der Traum so innig am sprachlichen Ausdruck, dass Ferenczi mit Recht bemerken kann, jede Sprache habe ihre eigene Traumsprache. Ein Traum ist in der Regel unübersetzbar in andere Sprechen und ein Buch wie das vorliegende, meinte ich, darum auch.» Dieses Buch, das ist Freuds Traumdeutung, erstmals erschienen im Jahre 1900. Die Zitate stammen daraus (Gesammelte Werke in 1 Band, S. 119).

Chinesische Schriftzeichen als Deutungs-Schlüssel

Was meint Freud mit Wortspiel und Wortspielerei bei der De-Chiffierung von Träumen? In China analysierte man weniger die Traumsymbole als vielmehr deren chinesische Schriftzeichen. Christof Niederwieser erklärt uns: «Dabei kann oft eine gänzlich andere Bedeutung zutage treten, als der Traum ursprünglich suggeriert hat. So wird von einem hohen Beamten des Kaisers Kangxi (1654 – 1722) berichtet, der wissen wollte, ob er jemals Söhne haben würde. Er begab sich dazu in den Guandi-Tempel 關帝廟 außerhalb Pekings. Dort träumte er, dass ihm Guandi 關帝 einen Bambusstab ohne Blätter und Zweige überreichte. Er war sehr traurig, denn er deutete dies als Omen, dass er niemals einen Nachfolger haben werde. Doch ein Traumdeuter klärte ihn auf.

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Frühlingstee für Ihre Holz-Energie

Frühjahrsmüdigkeit? Arbeitsunlust? Trägheit? Noch ein paar Pfunde auf Ihrer Waage, die der Winter hinterlassen hat? Dann ist es höchste Zeit für einen Frühjahrsputz, um die dem Frühling angemessene Leichtigkeit zu erreichen. Das geht nur, wenn die Energie im Körper frei fließen kann, ohne Stockung und Blockade.

Nach der Chinesischen Medizin ist für den freien Fluss der Energie die Leber zuständig. Sie gehört wie der Frühling zur Wandlungsphase Holz. Schon die alten chinesischen Ärzte wussten, dass die Leber das im Frühjahr besonders gefährdete Organ ist. Verstößt man gegen die Erkenntnis und pflegt die Leber nicht genügend, so wird man im darauf folgenden Sommer von einer Kälte-Krankheit heimgesucht.

Der freie Energiefluss macht Gute-Laune

Rein organisch ist die Leber ein wichtiges Stoffwechsel-Organ. Typische Symptome sind Spannungsgefühle in den Rippenbögen, Blähungen mit gespannter Bauchdecke, vor allem aber Stimmungswechsel und Depression, Reizbarkeit, Angespanntheit, Seufzen, Melancholie. Der geschmeidige Fluss der Energie ist dann beeinträchtigt und unser Gefühlsleben wird immer angespannter.

Bunte Frühlings-Mischung mit Primelblüten

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