Kaffee lässt Funken bis ins Gehirn sprühen (Balzac)

„Der Kaffee fällt sozusagen in Ihren Magen hinein, entflammt ihn förmlich und lässt die Funken bis ins Gehirn hinauf sprühen. Die Folge davon ist eine allgemeine Aufregung, die Gedanken kommen in eine Verwirrung wie die Bataillone der grossen Armee auf dem Schlachtfelde, und die Schlacht findet eben statt. Die Erinnerungen stürmen im Laufschritt eines heftigen Angriffs mit fliegenden Fahnen. Die leichte Kavallerie der vergleichenden Vorstellungen entfaltet sich in einem grossartigen Galopp, die Artillerie der Logik kommt mit ihrem Train und dem schweren Geschütz, die Geistesblitze sind sozusagen die Sprengbomben, die Figuren stellen sich auf, das Papier bedeckt sich mit Tinte, denn die nächtliche Arbeit beginnt jetzt, und sie endet ja mit ganzen Strömen von schwarzem Wasser so wie das Schlachtfeld mit schwarzem Pulver.“
(Honoré de Balzac)

Koffein gehört zu den psycho-aktiven Drogen

Damit reiht sich der Kaffee ein in die Gruppe der Stimulanzien. Koffein ist damit eine pharmakologisch aktive Substanz. Anregende Inhaltsstoffe finden wir über den Kaffee hinaus in Tee, Cola-Getränken, Mate, Energy-Drinks und in geringen Mengen auch im Kakao. Koffein ist weltweit das am häufigsten konsumierte Stimulanzium.

Tatsächlich lassen sich die von Balzac zugegebenermaßen dramatisch geschilderten Wirkungen des Kaffees aber durchaus bestätigen. Auch wenn wir nicht 50 Tassen am Tag trinken müssen, wie dies dem berühmten französischen Schriftsteller Honoré de Balzac (1799-1850) nachgesagt wird.

Je älter die Deutschen sind, desto häufiger trinken sie täglich Tee oder Kaffee, entsprechend fast alle über 60-Jährigen (97 %). Das steht im „Ernährungsreport 2017 – Deutschland, wie es isst“. US-amerikanische Gesundheitsforscher würden dem beipflichten, ihrer Meinung nach lebt länger, wer Kaffee trinkt. Zwei bis fünf Tassen Kaffee (bis zu 400 Milligramm Koffein), über den Tag verteilt, können entsprechend vieler Studien die Gesundheit fördern.

Positiv bestätigen lassen sich folgende Erkenntnisse

• Kaffee steigert die Wachheit
• Kaffee verbessert die Konzentrationsleistung und Merkfähigkeit, insbesondere das Kurzzeitgedächtnis.


• Kaffee fördert auch den Gedankenfluss und beschleunigt die gedanklichen Verknüpfungen und Assoziationen.
• Kaffee hebt die Stimmung.
• Kaffee weckt und aktiviert den Organismus.
• Kaffee (Koffein) stärkt die Herzkranzgefäße und stimuliert die Herzleistung.
• Kaffee regt die Gallenblasen-Sekretion an und fördert so die Verdauung.
• Kaffee verringert (laut Studien besonders bei Frauen) Depression.

Allerdings gibt es Menschen, die Kaffee nicht gut vertragen, oder nur in kleinen Mengen und zu bestimmten Tageszeiten, weil sie Sodbrennen, Magendrücken durch Kaffee bekommen oder Herzklopfen, Unruhe und Schlafstörungen. Die sollten möglichst auf Kaffee verzichten und besser auf  Tee umsteigen. Es kommt auch auf die Zubereitung an. Auf Espresso-Basis hergestellter Kaffee ist häufig besser verträglich als Filterkaffee. Und für manche geht nur Milchkaffee, weil die Milch den Kaffee im Magen abfedert. Wie bei jedem Nahrungs- und Genussmittel heißt die Devise auch beim Kaffee: Alles in Maßen.

Hinweise:
Honoré de Balzac: Physiologie des Alltagslebens – Kapitel 31: Abhandlung über moderne Reizmittel
http://gutenberg.spiegel.de/buch/physiologie-des-alltagslebens-6803/1
Print:  Honoré de Balzac: Physiologie des Alltagslebens, Tredition classic, Übers. Franz Blei, 192 Seiten, Paperback 2013, ISBN-10: 3849529002
Karen Nieber: Schwarz und Stark. Wie Kaffee die Gesundheit fördert. Hirzel-Verlag, Stuttgart 2013
BMEL-Ernährungsreport 2017 – Deutschland, wie es isst – www.bmel.de/publikationen

Fotos: © Helmut Magel

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Über Helmut Magel

Ich bin seit über 25 Jahren Heilpraktiker, arbeite in meiner Praxis mit Akupunktur, Kräutertherapie, Tuina und Diätetik. Geboren 1946, lernte ich ursprünglich Verlagsbuchhändler (daher die Liebe zur Literatur), studierte Visuelle Kommunikation an der Werkkunstschule Wuppertal (davon blieben das Zeichnen, Fotografieren und die Kalligrafie), fügte noch ein Lehrer-Studium hinzu, das ich mit der 2. Staatsprüfung abschloss (davon blieb das Unterrichten und die Freude daran, später die Leitung einer Akupunkturschule und das Schreiben). In den 80er Jahren kam ich mit Taijiquan in Kontakt, verfiel schließlich der chinesischen Philosophie und Medizin und wurde Heilpraktiker für TCM und Lebensberatung. Im Laufe der Jahre schrieb ich zahlreiche Artikel und Buchbeiträge zur Chinesischen Medizin. Mit dem Blog möchte ich mich aktiv beteiligen an der Diskussion um ein humanes Gesundheitssystem und an der Frage, wie wir unsere geistige und körperliche Elastizität pflegen und möglichst lange bewahren können. (April 2016) Wenn Sie mehr über mich erfahren wollen, lesen Sie unter "Über mich" weiter.

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