Wie die Chinesen ihre Liebe ins Jenseits senden

In China ist Papier nicht nur vor über 2000 Jahren erfunden worden, sondern es spielt dort bis heute bei den Ritualen zum Tod von geliebten Menschen eine wichtige Rolle. Dinge, die der Verstorbene für ein gutes Leben im Jenseits braucht, werden ihm in Form von Nachbildungen aus Papier gesandt: Sie werden verbrannt und nehmen dabei den Weg in die Welt der Toten.

Papierene Brandopfer im chinesischen Ahnenkult

Die Ausstellung „Kleidung, Smartphone und Bananen aus Papier“ in dem LVR-Industriemuseum „Papiermühle Alte Dombach“ in Bergisch Gladbach  beleuchtet dieses über tausend Jahre alte Ritual und seine heutige Praxis mit papierenen Opfergaben aus dem Jahr 2016.

Duftseife und Büstenhalter – damit erhöhen sich die Chancen auch im Jenseits.

Das Verbrennen von Opfergaben aus Papier ist verbunden mit der Vorstellung einer jenseitigen Welt, in der Ahnen, Geister und Götter leben. Da man glaubt, dass diese großen Einfluss auf das Schicksal der Lebenden haben, möchten die Angehörigen ihnen Annehmlichkeiten bieten und Wünsche erfüllen.

Die Gaben orientieren sich an der Lebensweise und den Vorlieben des Verstorbenen. Es gibt Speisen, Genussmittel wie Zigaretten, Kochgeschirr, traditionelle und moderne Kleidung, Häuser und Hausrat, Kommunikationsgeräte wie Smartphone oder Computer, Autos, Musikinstrumente, Kinderspielzeug, auch Rollstühle und andere Hilfsmittel – alles in realem oder verkleinertem Maßstab. Auch Geld spielt nach wie vor eine wichtige Rolle.

Der Hamburger-Bäcker scheint auch im Jenseits beliebt zu sein.

Die Ausstellung präsentiert nicht nur die Geschichte einer alten Tradition in China, sondern lässt auch Blicke auf den modernen Alltag in einem Land zu, das sich in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend gewandelt hat und in dem sich traditionelle Lebensformen und modernste Megastädte gegenüberstehen.

LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach
Alte Dombach, 51465 Bergisch Gladbach

Laufzeit: 12.3.2017 – 22.12.2017
Öffnungszeiten: Di – Fr 10 – 17 Uhr, Sa – So 11 – 18 Uhr

http://www.industriemuseum.lvr.de/de/bergisch_gladbach/ausstellungen_4/kleidung__smartphone_und_/kleidung__smartphone_und_bananen_aus_papier.html

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Über Helmut Magel

Ich bin seit über 25 Jahren Heilpraktiker, arbeite in meiner Praxis mit Akupunktur, Kräutertherapie, Tuina und Diätetik. Geboren 1946, lernte ich ursprünglich Verlagsbuchhändler (daher die Liebe zur Literatur), studierte Visuelle Kommunikation an der Werkkunstschule Wuppertal (davon blieben das Zeichnen, Fotografieren und die Kalligrafie), fügte noch ein Lehrer-Studium hinzu, das ich mit der 2. Staatsprüfung abschloss (davon blieb das Unterrichten und die Freude daran, später die Leitung einer Akupunkturschule und das Schreiben). In den 80er Jahren kam ich mit Taijiquan in Kontakt, verfiel schließlich der chinesischen Philosophie und Medizin und wurde Heilpraktiker für TCM und Lebensberatung. Im Laufe der Jahre schrieb ich zahlreiche Artikel und Buchbeiträge zur Chinesischen Medizin. Mit dem Blog möchte ich mich aktiv beteiligen an der Diskussion um ein humanes Gesundheitssystem und an der Frage, wie wir unsere geistige und körperliche Elastizität pflegen und möglichst lange bewahren können. (April 2016) Wenn Sie mehr über mich erfahren wollen, lesen Sie unter "Über mich" weiter.

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