Meteorologisch ist seit dem 1. Juni Sommer

In diesen Tagen zeigt sich der Sommer mit blauem Himmel, Schönwetterwolken und ansehnlichen Temperaturen. Die Meteorologen legen den Sommerbeginn auf den 1. Juni. Und die Phänologenteilen den Sommer in 3 Abschnitte ein. Vielleicht haben Sie schon draußen in der Natur gesehen, dass die bauern das erste Heu eingefahren haben. Das ist der Frühsommer.

Heuernte im Frühsommer: Das Heu wird gewendet

Im Frühsommer, der meist mit dem Juni zusammenfällt blühen Gräser, Schwarzer Holunder, Schlehdorn und Wald-Geißbart. Der Klatschmohn färbt die Wegränder rot. Während der Winterroggen bereits blüht, zeigen sich bei den anderen Getreidearten die ersten Ähren und Rispen. Im Frühsommer wird erstmals Heu geerntet.

Im anschließenden Hochsommer blühen Sommerlinde, Wegwarte und Kartoffel; in den Gärten reifen die Johannisbeeren. Sie ist die Signalpflanze für den Hochsommer. In der zweiten Hälfte dieses Abschnitts beginnt die Getreideernte. Wintergerste, Winterroggen und schließlich der Hafer werden eingefahren.

Im Spätsommer (August) reifen bereits zahlreiche Früchte wie Frühapfel, Frühzwetschge und die Eberesche (Vogelbeere), zu blühen beginnt das Heidekraut und die Herbstanemone. Das Heu wird zum zweiten Mal gemäht. Späte Getreidesorten werden geerntet.

Der Garten im Frühsommer

Jetzt in den ersten Tagen des Sommers lädt das Wetter dazu ein, sich im Garten oder Feld und Wald „sein“ Plätzchen zu suchen, von dem Goethe schwärmte:

„Immer war mir das Feld und der Wald und der Fels und die Gärten
Nur ein Raum, und du machst sie,
Geliebte, zum Ort.
Raum und Zeit, ich empfind es,
sind bloß Formen des Anschauns,
Da das Eckchen mit dir, Liebchen,
unendlich mir scheint.“

(Goethe, Die vier Jahreszeiten – Sommer)

Lebensfreude, Lust, Liebe, Lachen, Kreativität, Inspiration entsprechen der chinesischen Wandlungsphase Feuer. Die zugeordnete Jahreszeit ist der Sommer, das entsprechende Organ die Funktionskreise Herz und Dünndarm. Die klassische Empfehlung lautet, sich der Jahreszeit gemäß zu verhalten, andernfalls läuft man Gefahr, das Herz zu schädigen und im Herbst zu erkranken.

Gibt es eine schönere Prävention als Lust, Lebensfreude, Liebe und Lachen?

Über Phänologie: https://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%A4nologie

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Das Leben nähren - Yang Sheng abgelegt am von .
Profilbild von Helmut Magel

Über Helmut Magel

Ich bin seit über 25 Jahren Heilpraktiker, arbeite in meiner Praxis mit Akupunktur, Kräutertherapie, Tuina und Diätetik. Geboren 1946, lernte ich ursprünglich Verlagsbuchhändler (daher die Liebe zur Literatur), studierte Visuelle Kommunikation an der Werkkunstschule Wuppertal (davon blieben das Zeichnen, Fotografieren und die Kalligrafie), fügte noch ein Lehrer-Studium hinzu, das ich mit der 2. Staatsprüfung abschloss (davon blieb das Unterrichten und die Freude daran, später die Leitung einer Akupunkturschule und das Schreiben). In den 80er Jahren kam ich mit Taijiquan in Kontakt, verfiel schließlich der chinesischen Philosophie und Medizin und wurde Heilpraktiker für TCM und Lebensberatung. Im Laufe der Jahre schrieb ich zahlreiche Artikel und Buchbeiträge zur Chinesischen Medizin. Mit dem Blog möchte ich mich aktiv beteiligen an der Diskussion um ein humanes Gesundheitssystem und an der Frage, wie wir unsere geistige und körperliche Elastizität pflegen und möglichst lange bewahren können. (April 2016) Wenn Sie mehr über mich erfahren wollen, lesen Sie unter "Über mich" weiter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.