Die schwarzen Beeren des Spätsommers

Holundersaft zur Vorbeugung und bei Erkältung

Die schwarzen Holunderbeer-Dolden gehören zum Spätsommer. Sie können jetzt überall in der Natur reichlich gepflückt werden. Aber Vorsicht, denn es kann leicht Flecken geben, die schlecht zu entfernen sind. Aber es lohnt sich: was da in den kleinen Bäumen hängt, ist ein hervorragendes Mittel zur Stärkung der allgemeinen und Abwehr-Energie im Besonderen. Seit den alten Griechen und Römern weiß man ihre Heilwirkung zu schätzen.

Holunderbeeren sind ein altes Heilmittel

Schwarzer Holunder hilft bei fiebrigen Infekten, Erkältungen, Husten, Gicht, Rheuma, Ödemen, Blähungen, Kopfschmerzen, Nervosität, Schlaflosigkeit, unreiner Haut und Entzündungen.

Die Beeren, die zu Saft eingekocht werden, befreien im Sinne der Chinesischen Medizin die “Oberfläche”. Wenn Sie den Saft heiß trinken, wird die Kälte, die die Er-”Kältung” verursacht, durch Schwitzen heraus befördert und zusätzlich die Abwehr durch die wertvollen Inhaltsstoffe gestärkt.

Die Beeren haben eine dunkle blauschwarze, etwas rötliche Farbe und geben damit einen Hinweis für ihre positive Wirkung auf das Blut. Für die antike westliche Medizin galten sie als “Blut reinigend” und ein Mittel gegen Rheuma und Gicht. Um gut schlafen zu können und gelassen zu sein, muss nach chinesischer Auffassung der Geist im Blut verankert sein. Insofern wirkt Holundersaft zur Beruhigung und gegen Schlafstörungen.

Die Beeren enthalten viele Mineralstoffe und Vitamine und beachtliche Mengen an Aminosäuren, davon 40 bis 50 % essentielle. Die enthaltenen Glykoside wirken Herz stärkend. Die ätherischen Öle des Holunders wirken beruhigend und entzündungshemmend auf die Schleimhäute, fördern die Sekretion und lösen Schleim. In der Herbstzeit werden viele Menschen von Erkältungskrankheiten geplagt. Holunderbeeren sind dann genau richtig: sie stärken die Abwehrkräfte und helfen Erkältungen zu bekämpfen.

Die bioaktiven Substanzen wie Ballast-, Gerbstoffe sowie der typische Farbstoff Sambucyanin, der zu den Flavonoiden gehört und sogar Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt, macht die Holunderbeeren zu einem zu einem wahren Gesundbrunnen.

Holundersaft selber machen

Holunderbeeren dürfen nicht roh gegessen werden, sondern müssen zu Saft gekocht werden. Glücklicherweise sind die vielen Vitamine in den Holunderbeeren dank der reichlichen Gerbstoffe sehr stabil. Jemand, der empfindlich auf Säure reagiert, braucht auf Holunderbeersaft nicht zu verzichten, sein Gehalt an Apfel- und Weinsäure ist relativ niedrig.

Holunderbeeren kochen

Der Holundersaft kann heiß oder kühl getrunken werden. Der heiße Holundersaft eignet sich besonders gut, um eine Erkältung mit einer Schwitzkur zu kurieren.

So wird der Holundersaft schnell selbst gemacht:
– Holunderbeeren gründlich waschen.
– die reifen Beeren sorgfältig von den Stengeln abrebeln, eine Gabel kann dabei hilfreich sein.
– Wasser (daumenbreit) in einen Topf geben, die Beeren hinzugeben und alles aufkochen
– 15 Min. köcheln lassen, dann sind die Beeren weich (mit dem Kochlöffel als Probe an den Rand drücken). Sie sollten viel Saft abgegeben haben. Eventuell süßen kann man mit Honig.
– ein sauberes Tuch so über einem weiteren Topf befestigen, dass es den Brei auffangen kann. Das Tuch kann auch in ein großes Sieb über dem Topf gelegt werden.
– die gekochten Beeren auf das Tuch schütten und über Nacht abtropfen lassen, bis der ganze Saft herausgetropft ist. Das Tuch am Schluss kräftig auspressen.
– Der fertige Holundersaft kann frisch getrunken werden

Beeren durch ein Sieb pressen

Um ihn längere Zeit aufzubewahren, muss man ihn konservieren. Dazu wird der Saft in saubere Flaschen oder Gläser gefüllt und diese mit Gummipfropfen oder Schraubverschlüssen verschlossen. Anschließend erhitzt man den abgefüllten Holundersaft in einem Topf mit heißem Wasser. Mindestens dreißig Minuten lang muss der Saft kochen, um steril zu werden. Dann kann man den Holundersaft lange Zeit an einem kühlen Ort aufbewahren.

Den Saft kann man dann bei Erkältung wieder warm machen und dem Kranken reichen. Oder man kann ihn als Basis für Süßspeisen und Gelee nutzen.

Wohl bekommt es. Gute Gesundheit!

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Über Helmut Magel

Ich bin seit über 25 Jahren Heilpraktiker, arbeite in meiner Praxis mit Akupunktur, Kräutertherapie, Tuina und Diätetik. Geboren 1946, lernte ich ursprünglich Verlagsbuchhändler (daher die Liebe zur Literatur), studierte Visuelle Kommunikation an der Werkkunstschule Wuppertal (davon blieben das Zeichnen, Fotografieren und die Kalligrafie), fügte noch ein Lehrer-Studium hinzu, das ich mit der 2. Staatsprüfung abschloss (davon blieb das Unterrichten und die Freude daran, später die Leitung einer Akupunkturschule und das Schreiben). In den 80er Jahren kam ich mit Taijiquan in Kontakt, verfiel schließlich der chinesischen Philosophie und Medizin und wurde Heilpraktiker für TCM und Lebensberatung. Im Laufe der Jahre schrieb ich zahlreiche Artikel und Buchbeiträge zur Chinesischen Medizin. Mit dem Blog möchte ich mich aktiv beteiligen an der Diskussion um ein humanes Gesundheitssystem und an der Frage, wie wir unsere geistige und körperliche Elastizität pflegen und möglichst lange bewahren können. (April 2016) Wenn Sie mehr über mich erfahren wollen, lesen Sie unter "Über mich" weiter.

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