Den Herbst mit allen Sinnen genießen

„Der Herbst ist kühl, der Wind bläst stark und die Luft ist klar. Man sollte den Geist befrieden und so die Auswirkung der Herbststürme zu mildern. Geistige Tätigkeiten sollte man mäßigen, um das Herbst-Qi auszugleichen und mit Gefühlsäußerungen zurückhaltend sein, um das Lungen-Qi zu harmonisieren,“ so steht es in dem Medizin-Klassiker der alten Chinesen.

Im Zyklus der Fünf Elemente ist der Herbst die Zeit der Lunge und auch der Trauer. Die Tage werden spürbar kürzer, die Dunkelheit nimmt zu. Der Sommer verabschiedet sich, die Blätter fallen zu Boden, ein Teil der der Natur stirbt ab. Die Pflanzensäfte ziehen sich in den Stamm und die Wurzeln zurück. Der Wind wird rauer und kälter.

Es ist die Zeit, in der man gerne nach Hause ins Warme kommt und etwas heißes trinken möchte. Viele Menschen haben eine leicht melancholische Stimmung. Man ist geneigt, sich mehr in sich selbst zurückzuziehen. Dies gehört zum Leben und hat nichts mit einer Depression im medizinischen Sinne zu tun.

Aber der Herbst ist auch bunt – goldgelbe und braune Blätter in allen Nuancen, weiße, rote, lavendelfarbene, violette Tupfer der Herbstastern in den Gärten. Wie herrlich ist es, mit festen Schuhen durch das hohe Laub zu gehen und den typischen Herbstgeruch einzuatmen.

Sammeln Sie die schönste Kastanie und stecken Sie sie in die Jacken- oder Manteltasche. Sie werden die Hände jetzt wieder öfter die Tasche stecken. Dann lassen Sie die herrlich glatte Kastanie zwischen den Fingern gleiten.

Auf dem Wochenmarkt türmen sich bald die Kürbisse in allen Formen, rote, gelbe, grüne, weiße. Wohlschmeckende und gesunde Gerichte lassen sich mit ihnen zaubern. Oder wie wäre es mit Apfelpfannekuchen? Wenn Sie es lieber pikant haben: Jetzt gibt es das klassische Herbstgemüse: Rote Bete, Steckrüben, Pastinaken, Teltower Rübchen, Möhren und viele Kohlarten. Im Freiland gezogenes Gemüse schmeckt jetzt besonders herzhaft und eignet sich hervorragend für deftige Suppen und Eintöpfe.

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Über Helmut Magel

Ich bin seit über 25 Jahren Heilpraktiker, arbeite in meiner Praxis mit Akupunktur, Kräutertherapie, Tuina und Diätetik. Geboren 1946, lernte ich ursprünglich Verlagsbuchhändler (daher die Liebe zur Literatur), studierte Visuelle Kommunikation an der Werkkunstschule Wuppertal (davon blieben das Zeichnen, Fotografieren und die Kalligrafie), fügte noch ein Lehrer-Studium hinzu, das ich mit der 2. Staatsprüfung abschloss (davon blieb das Unterrichten und die Freude daran, später die Leitung einer Akupunkturschule und das Schreiben). In den 80er Jahren kam ich mit Taijiquan in Kontakt, verfiel schließlich der chinesischen Philosophie und Medizin und wurde Heilpraktiker für TCM und Lebensberatung. Im Laufe der Jahre schrieb ich zahlreiche Artikel und Buchbeiträge zur Chinesischen Medizin. Mit dem Blog möchte ich mich aktiv beteiligen an der Diskussion um ein humanes Gesundheitssystem und an der Frage, wie wir unsere geistige und körperliche Elastizität pflegen und möglichst lange bewahren können. (April 2016) Wenn Sie mehr über mich erfahren wollen, lesen Sie unter "Über mich" weiter.

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