Archiv der Kategorie: Das Leben nähren – Yang Sheng

Den Herbst mit allen Sinnen genießen

„Der Herbst ist kühl, der Wind bläst stark und die Luft ist klar. Man sollte den Geist befrieden und so die Auswirkung der Herbststürme zu mildern. Geistige Tätigkeiten sollte man mäßigen, um das Herbst-Qi auszugleichen und mit Gefühlsäußerungen zurückhaltend sein, um das Lungen-Qi zu harmonisieren,“ so steht es in dem Medizin-Klassiker der alten Chinesen.

Im Zyklus der Fünf Elemente ist der Herbst die Zeit der Lunge und auch der Trauer. Die Tage werden spürbar kürzer, die Dunkelheit nimmt zu. Der Sommer verabschiedet sich, die Blätter fallen zu Boden, ein Teil der der Natur stirbt ab. Die Pflanzensäfte ziehen sich in den Stamm und die Wurzeln zurück. Der Wind wird rauer und kälter.

Es ist die Zeit, in der man gerne nach Hause ins Warme kommt und etwas heißes trinken möchte. Viele Menschen haben eine leicht melancholische Stimmung. Man ist geneigt, sich mehr in sich selbst zurückzuziehen. Dies gehört zum Leben und hat nichts mit einer Depression im medizinischen Sinne zu tun.

Aber der Herbst ist auch bunt – goldgelbe und braune Blätter in allen Nuancen, weiße, rote, lavendelfarbene, violette Tupfer der Herbstastern in den Gärten. Wie herrlich ist es, mit festen Schuhen durch das hohe Laub zu gehen und den typischen Herbstgeruch einzuatmen.

Sammeln Sie die schönste Kastanie und stecken Sie sie in die Jacken- oder Manteltasche. Sie werden die Hände jetzt wieder öfter die Tasche stecken. Dann lassen Sie die herrlich glatte Kastanie zwischen den Fingern gleiten.

Auf dem Wochenmarkt türmen sich bald die Kürbisse in allen Formen, rote, gelbe, grüne, weiße. Wohlschmeckende und gesunde Gerichte lassen sich mit ihnen zaubern. Oder wie wäre es mit Apfelpfannekuchen? Wenn Sie es lieber pikant haben: Jetzt gibt es das klassische Herbstgemüse: Rote Bete, Steckrüben, Pastinaken, Teltower Rübchen, Möhren und viele Kohlarten. Im Freiland gezogenes Gemüse schmeckt jetzt besonders herzhaft und eignet sich hervorragend für deftige Suppen und Eintöpfe.

Spätsommer – die Jahreszeit mit dem schönsten Licht

Wenn das Korn geerntet ist, beginnt die Drachenzeit

Zumindest früher, vor etwa 50 Jahren, war das so. Die Kinder bauten die Drachen selbst, die gab es nicht einfach zu kaufen…

… Festes Papier, Holzlatten, kleine Nägel, Kleber (oft aus Mehl und Wasser selbst gemacht), eine Kordel und möglichst buntes Papier für den “Schwanz” wurden benötigt. Dafür musste man eines Geschick haben und sich Rat bei älteren “Fachleuten” einholen, damit der Drache auch in der Lust blieb und nicht knatternd abstürzte. Die lange dünne Schnur, an dem man den Drachen hielt, durfte man nicht mit dem Fingernagel halten, denn die Schnur hatte einen starken Zug und konnte schnell reißen. Angelschnur gab es damals noch nicht.

Zum Drachensteigen benötigten wir die freien Stoppelfelder. Obwohl die Kinder meist nicht “mit Feuer spielen” durften, machten sie doch ein kleines Feuer, in dem sie die auf den Feldern liegen gebliebenen Kartoffeln der letzten Ernte brieten. Der rauchige süßliche Geruch dieser Feuer gehörte zur Drachenzeit. Vielleicht gibt es so etwas heute noch in ländlichen Gegenden.

Morgens steigt der Nebel auf im Spaätsommer

Altweibersommer

Damit begann der Altweibersommer, jene in sanftes warmes Licht getauchte Jahreszeit, die vornehmlich durch eine Hochdruckwetterlage über Mitteleuropa mit trocken-warmen Winden gekennzeichnet ist.

Weibern – Weben – der spätsommerliche Tau macht die Spinnfäden sichtbar

Das Wort Altweibersommer stammt von dem altdeutschen Wort „weiben“ und bedeutet das Knüpfen von Spinnweben. Denn an Tagen mit sonnigem Wetter kühlt es sich in den klaren Nächten stark ab, so dass in den Morgenstunden durch den Tau die Spinnweben deutlich zu erkennen sind. Die glänzenden Fäden glitzern im Sonnenlicht wie lange, silbergraue Haare wie – so glaubte man früher – das Haar alter Weiber.

Spätsommer – der Kaiser ruht sich aus

Der fliegende Drache – Chinas berühmtestes Symbol

Aus Sicht der Meteorologen beginnt am 1. September der Herbst. Die Abende sind noch mild und die Tage noch sonnig und warm. Die letzten Gartenfeste werden gefeiert und lassen uns Abschied nehmen vom Sommer. Es ist die Zeit des Übergangs zur kühlen und kalten Jahreshälfte, auf die sich der Körper allmählich einstellt. Der Mensch wird in der Übergangsphase anfälliger für Erkrankungen.

Der Spätsommer wurde im alten China als 5. Jahreszeit der Wandlungsphase Erde zugeordnet. Der Kaiser ruhte in dieser Zeit im Zentrum seines Reiches. Auch das Zentrum, die Mitte, zählt zur Wandlungsphase Erde.

Die Erde und die Mitte spielen in der Entsprechungslehre eine harmonisierende Rolle. Denken Sie an den süßen Geschmack, der ebenfalls der Erde zugeordnet ist und viele Speisen “rund” werden lässt, ohne dass Sie viel Süßes zu geben müssten. Das ist auch der Grund dafür, warum wir bei Stress gerne auf Süßigkeiten zurückgreifen, denn die harmonisieren auch unser Inneres und helfen zu besänftigen.

Holunderbeeren jetzt pflücken – zum Entsaften

Genießen Sie die Zeit. Erfreuen Sie sich an den Blüten der Herbstzeitlose, sammeln Sie die schwarzen Holunderfrüchte für Saft, die Haselnüsse, backen Sie Pfannkuchen mit Äpfeln und Zwetschgen.

Den Sommer auf den Teller

Lebensfreude, Lust, Liebe, Lachen, Kreativität, Inspiration entsprechen der Wandlungsphase Feuer. Dazu passt als Jahreszeit der Sommer, der kalendarisch am 21. Juni beginnt. Die alten Weisen empfahlen, sich der Jahreszeit gemäß zu verhalten. Das gilt auch für die Ernährung. Damit ist jedoch mehr als Grillen im Garten gemeint.

Heitere Stimmung – leichte Speisen

Lebensfreude, Lust, Liebe, Lachen, Kreativität, Inspiration entsprechen der Wandlungsphase Feuer. Dazu passt als Jahreszeit der Sommer, der meteorologisch am 1. Juni beginnt. Die alten Weisen empfahlen, sich der Jahreszeit gemäß zu verhalten. Das gilt auch für die Ernährung. Damit ist jedoch mehr als Grillen im Garten gemeint.

Zu der heiteren Leichtigkeit, die im Sommer angezeigt ist, würden schwer im Magen liegende Eintöpfe ganz und gar nicht passen. Heiterkeit und Leichtigkeit kommen dann auf, wenn das Qi, die Lebensenergie, und das Blut unbeschwert fließen können.

Mehr noch: die Energie sollte nach „oben“ fließen. Nach oben zum Herzen und um den Geist, den „Kopf“, frei zu halten von schweren Gedanken. Dazu passen zum Beispiel Blattsalate und leicht verdauliche, nicht zu lange gekochte Gemüse.

Und zur Oberfläche, zur Haut, soll die Energie fließen. Damit soll verhindert werden, dass sich im Inneren des Körpers Hitze anstauen kann. Mit anderen Worten: das Schwitzen soll gefördert werden, wenn es heiß wird. Aber bitte nehmen Sie dafür keine Eiswürfel. Wenn Sie schon mal in heißen Ländern waren, dann wissen Sie vielleicht, dass die Menschen dort heißen Tee trinken und keine Cola mit Eiswürfeln. Der heiße Tee, und zusätzlich oft scharf gewürzte Speisen, treiben die Hitze von Innen nach außen.

Warum ist das wichtig? Dem Sommer ist das Herz zugeordnet, das im Sommer des besonderen Schutzes bedarf. Da es, wie der Sommer, zur Wandlungsphase Feuer gehört, muss es vor Hitze geschützt werden. Besonders bei schwül-warmem Wetter bekommt man leicht Kreislaufprobleme.

Sie brauchen nicht zum Rohköstler zu werden

Es heißt es auch, im Sommer soll die kühlende Kraft des Körpers, die wie ein Thermostat funktioniert, bewahrt werden. Auch dafür sollten Sie nichts aus dem Kühlschrank essen oder trinken. Dafür stellt die Natur uns säftereiches Obst und wasserreiche Gemüsesorten zur Verfügung. Beide kühlen den Körper und befeuchten ihn zusätzlich, kompensieren so den Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen.

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Meteorologisch ist seit dem 1. Juni Sommer

In diesen Tagen zeigt sich der Sommer mit blauem Himmel, Schönwetterwolken und ansehnlichen Temperaturen. Die Meteorologen legen den Sommerbeginn auf den 1. Juni. Und die Phänologenteilen den Sommer in 3 Abschnitte ein. Vielleicht haben Sie schon draußen in der Natur gesehen, dass die bauern das erste Heu eingefahren haben. Das ist der Frühsommer.

Heuernte im Frühsommer: Das Heu wird gewendet

Im Frühsommer, der meist mit dem Juni zusammenfällt blühen Gräser, Schwarzer Holunder, Schlehdorn und Wald-Geißbart. Der Klatschmohn färbt die Wegränder rot. Während der Winterroggen bereits blüht, zeigen sich bei den anderen Getreidearten die ersten Ähren und Rispen. Im Frühsommer wird erstmals Heu geerntet.

Im anschließenden Hochsommer blühen Sommerlinde, Wegwarte und Kartoffel; in den Gärten reifen die Johannisbeeren. Sie ist die Signalpflanze für den Hochsommer. In der zweiten Hälfte dieses Abschnitts beginnt die Getreideernte. Wintergerste, Winterroggen und schließlich der Hafer werden eingefahren.

Im Spätsommer (August) reifen bereits zahlreiche Früchte wie Frühapfel, Frühzwetschge und die Eberesche (Vogelbeere), zu blühen beginnt das Heidekraut und die Herbstanemone. Das Heu wird zum zweiten Mal gemäht. Späte Getreidesorten werden geerntet.

Der Garten im Frühsommer

Jetzt in den ersten Tagen des Sommers lädt das Wetter dazu ein, sich im Garten oder Feld und Wald „sein“ Plätzchen zu suchen, von dem Goethe schwärmte:

„Immer war mir das Feld und der Wald und der Fels und die Gärten
Nur ein Raum, und du machst sie,
Geliebte, zum Ort.
Raum und Zeit, ich empfind es,
sind bloß Formen des Anschauns,
Da das Eckchen mit dir, Liebchen,
unendlich mir scheint.“

(Goethe, Die vier Jahreszeiten – Sommer)

Lebensfreude, Lust, Liebe, Lachen, Kreativität, Inspiration entsprechen der chinesischen Wandlungsphase Feuer. Die zugeordnete Jahreszeit ist der Sommer, das entsprechende Organ die Funktionskreise Herz und Dünndarm. Die klassische Empfehlung lautet, sich der Jahreszeit gemäß zu verhalten, andernfalls läuft man Gefahr, das Herz zu schädigen und im Herbst zu erkranken.

Gibt es eine schönere Prävention als Lust, Lebensfreude, Liebe und Lachen?

Über Phänologie: https://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%A4nologie

Kaffee lässt Funken bis ins Gehirn sprühen (Balzac)

„Der Kaffee fällt sozusagen in Ihren Magen hinein, entflammt ihn förmlich und lässt die Funken bis ins Gehirn hinauf sprühen. Die Folge davon ist eine allgemeine Aufregung, die Gedanken kommen in eine Verwirrung wie die Bataillone der grossen Armee auf dem Schlachtfelde, und die Schlacht findet eben statt. Die Erinnerungen stürmen im Laufschritt eines heftigen Angriffs mit fliegenden Fahnen. Die leichte Kavallerie der vergleichenden Vorstellungen entfaltet sich in einem grossartigen Galopp, die Artillerie der Logik kommt mit ihrem Train und dem schweren Geschütz, die Geistesblitze sind sozusagen die Sprengbomben, die Figuren stellen sich auf, das Papier bedeckt sich mit Tinte, denn die nächtliche Arbeit beginnt jetzt, und sie endet ja mit ganzen Strömen von schwarzem Wasser so wie das Schlachtfeld mit schwarzem Pulver.“
(Honoré de Balzac)

Koffein gehört zu den psycho-aktiven Drogen

Damit reiht sich der Kaffee ein in die Gruppe der Stimulanzien. Koffein ist damit eine pharmakologisch aktive Substanz. Anregende Inhaltsstoffe finden wir über den Kaffee hinaus in Tee, Cola-Getränken, Mate, Energy-Drinks und in geringen Mengen auch im Kakao. Koffein ist weltweit das am häufigsten konsumierte Stimulanzium.

Tatsächlich lassen sich die von Balzac zugegebenermaßen dramatisch geschilderten Wirkungen des Kaffees aber durchaus bestätigen. Auch wenn wir nicht 50 Tassen am Tag trinken müssen, wie dies dem berühmten französischen Schriftsteller Honoré de Balzac (1799-1850) nachgesagt wird.

Je älter die Deutschen sind, desto häufiger trinken sie täglich Tee oder Kaffee, entsprechend fast alle über 60-Jährigen (97 %). Das steht im „Ernährungsreport 2017 – Deutschland, wie es isst“. US-amerikanische Gesundheitsforscher würden dem beipflichten, ihrer Meinung nach lebt länger, wer Kaffee trinkt. Zwei bis fünf Tassen Kaffee (bis zu 400 Milligramm Koffein), über den Tag verteilt, können entsprechend vieler Studien die Gesundheit fördern.

Positiv bestätigen lassen sich folgende Erkenntnisse

• Kaffee steigert die Wachheit
• Kaffee verbessert die Konzentrationsleistung und Merkfähigkeit, insbesondere das Kurzzeitgedächtnis.

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Heute schon bewegt?

Jeder hat seine Erfahrungen mit “Sport”

“Ich geh mich dann mal quälen”, war der typische Ausspruch einer Bekannten, wenn sie “Sport machen” wollte. H. Dörnemann, der immerhin 111 Jahre alt wurde, für einen Mann ein erstaunliches Alter, empfand “Sport als Mord” – und trank jeden Tag ein Altbier (Westdeutsche Zeitung, 31.1.2007).

In meiner Schulzeit habe ich Sport hassen gelernt. 1946 geboren, wuchs ich in der Nachkriegszeit mit ihrer Mangelernährung auf, litt an der englischen Krankheit und X-Beinen, die mir als 4-jährigem Jungen “herausoperiert” wurden. Jahrelang musste ich nachts Streckschienen anlegen und tagsüber hohe Schnürschuhe tragen. Schulsport mit der Jagd nach “Urkunden” war eine Qual, Gymnastik ein Fremdwort. Sportunterricht gab den “Lahmen und Dicken” keine Chance, vielmehr das Gefühl, “Krücken” zu sein.

Damals hätte ich mir nicht träumen lassen, als Erwachsener anderen Menschen Qigong zu lehren. Auf dem Weg dorthin lernte ich sanfte “Sport”-Arten kennen wie Jazzgymnastik, Ausdruckstanz und schließlich Taijiquan und Qigong. Es waren jedoch nicht nur Bewegungsabläufe, auf die es ankam, sondern das Spüren, das Gewahrwerden für das, was die Bewegung in und mit mir macht. Mit anderen Worten: das Fließen des Qi spüren.

Bambus und Kiefer

Kiefer_am_Hang
Das erste Kapitel des chinesischen Medizin-Klassikers Neijing Suwen beginnt mit der Fragestellung, warum die Menschen “heute” früh sterben statt über 100 Jahre alt zu werden. Der Leibarzt des Kaisers Huangdi, Qibo, antwortet darauf:

„In der Vergangenheit praktizierten die Menschen das Dao, den Weg des Lebens. Sie verstanden das Prinzip des Gleichgewichts von Yin und Yang wie es sich in den Wandlungen der Energien des Universums widerspiegelt. Sie entwickelten Praktiken wie die des Daoyin, einer Kombination von Dehnungsübungen, Massage und Atemtechniken, um den Fluss der Energie zu unterstützen. Sie übten sich in Meditation, um in Einklang mit dem Universum zu kommen.” (Maoshing Ni (Hrsg.): Der Gelbe Kaiser, S. 16 f.)

Das lässt sich gut mit zwei Bäumen veranschaulichen. Der junge Bambus ist biegsam und bricht nicht. Altwerden heißt, nicht einzurosten, sondern die Elastizität bewahren und pflegen, sowohl im körperlichen als auch im geistigen Sinn. Die knorrige Kiefer, die fest verankert allen Unbill des Wetters trotzt. Sie wird auf chinesischen Tuschezeichnungen häufig hoch oben im Gebirge wachsend dargestellt und steht für die feste Verwurzelung. Ohne sie würde die Elastizität aus den Fugen geraten. Beides ergänzt sich wie Yin und Yang.

Bambus_im_Abendlicht

Die Kiefer steht für die Materialisierung in einem jahrelangen kontinuierlichen Konkretionsprozess, der Bambus für Belebung, Bewegung und Entfaltung. “Ich werde, wie die äußere Welt, von dieser doppelten Spannung, die gegensätzlich ist, sich ausgleicht und mich am Leben erhält, geformt.” (Francois Jullien, Sein Leben nähren, S. 90).

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Gelingendes Leben bedarf der Resonanz

Zum Buch „Resonanz“ von Hartmut Rosa

Zeitknappheit, Stress und Hektik gehört zur alltäglichen Erfahrung. Dem Modus des Immer-schneller kann nur mit der Gegenstrategie „Entschleunigung“ begegnet werden, um den permanenten Stress zu lindern. Reicht aber mehr Langsamkeit? Hartmut Rosa sagt in seinem Buch „Resonanz“: Nein, weil es nicht einfach um Langsamkeit geht. Es geht um eine andere Beziehung zur Welt. Was kann eine „neue Beziehung zur Welt“ sein?

Ein Beispiel: Kinder sind ganz stark „Resonanz-Wesen“. Sie leben von den lebendigen Begegnungen mit anderen Menschen und lassen sich bezaubern von Erzählungen. Ihnen erscheinen die Dinge des Alltags noch geheimnisvoll und erweckend ihre ständige Neugierde.

Resonanz bringt etwas in uns zum Schwingen

Unweigerlich fällt mir der berühmte Vierzeiler von Eichendorff ein, in dem er die Suche nach der verborgenen Poesie der Welt zum Klingen bringt:

„Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.“

Kinder lassen sich spontan auf ihre Umgebung ein, ohne dass sie das erst abwägen müssen. Kurz: sie treten in Resonanz mit der Welt. Als Erwachsene steckt diese kindliche Erfahrung immer noch in uns und wird zum Nährboden einer Sehnsucht nach eben jener in der Kindheit erfahrenen Resonanz.

Resonanz hat für Rosa immer einen Moment der Unverfügbarkeit, sie lässt sich nicht vollständig planen, ja, das Planen und Kontrollieren verhindert sogar, uns in Begegnungen mit Anderen, mit Orten, Musik, mit der Natur berühren zu lassen. Resonanz bringt etwas in uns zum Schwingen.

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Ausgebrannt – Burnout

Erste Anzeichen von Erschöpfung haben Sie sicher schon selbst erlebt. In der Regel verschwinden sie nach einer Ruhepause, einem längeren Urlaub oder einer Veränderung der Arbeitssituation.

Erschöpfungs-Spirale

Ein gewisses Maß an Stress hält jeder Mensch aus. Zu viel Stress kann sich jedoch durch körperliche Symptome wie Rücken- oder Magenschmerzen, Muskelverspannungen, Tinnitus oder erhöhter Infekt-Anfälligkeit bemerkbar machen.

Wenn Sie aufgrund Ihrer individuellen Konstitution und einer extremen Arbeitsbelastung in die zweite Phase der Erschöpfungsspirale geraten, dann bekommen Sie Schlafstörungen, leiden unter Konzentrationsmangel und sind permanent müde oder gereizt. Eine typische Reaktion auf diese Symptome ist, sich noch mehr in Arbeit zu stürzen. Dann gerät man in die dritte Phase der Erschöpfungsspirale, die meist mit Depression verbunden ist.

Umfragen zufolge fühlen sich etwa 13 % aller Beschäftigten in Deutschland mit ihrer Arbeit überfordert. Insofern ist die öffentliche Aufmerksamkeit gegenüber dem Burnout durchaus hilfreich, weil sie vielen Arbeitnehmern hilft, psychische Beschwerden zu artikulieren, auch solchen, die ohne diesen Begriff das Thema meiden würden.

Das Burnout-Syndrom und andere stressbedingte Erkrankungen werden laut WHO eine zentrale Rolle in der Gesundheitsversorgung des 21. Jahrhunderts spielen.

Im DAK-Gesundheitsreport 2013 heißt es: „Die mit Abstand auffälligste Entwicklung im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen ist die Zunahme von Fehltagen aufgrund einer psychischen Diagnose. Diese Zunahme betrifft die Fehltage (seit 1997 Zunahme um 165 Prozent), die Fälle (Zunahme um 142 Prozent) und die Betroffenenquote (Zunahme um 131 Prozent) gleichermaßen. 2012 sind die psychischen Erkrankungen erstmals auf Rang 2 der wichtigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit, gemessen an ihrem Anteil an den Fehltagen. Nur Muskel-Skelett-Erkrankungen verursachen noch mehr Arbeitsunfähigkeitstage.

Frauen sind fast doppelt so häufig von einer Arbeitsunfähigkeit wegen einer psychischen Diagnose betroffen wie Männer (5,9 zu 3,3 Prozent)“.

Engagiert ausbrennen

Vor allem sind es die Engagierten und Fleißigen, die es trifft, nach dem Motto „nur wer für seine Sache brennt, kann auch daran ausbrennen“. Engagiert und euphorisch hehre Ziele verfolgen, Überstunden machen, sich an Hindernissen aufreiben, dem Konkurrenzdruck, Ärger mit dem Chef, Problemen mit Kollegen Stand halten, die zunehmende Frustration ignorieren…
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Was der Sommer uns zu bieten hat: Ernährung nach TCM-Gesichtspunkten

Am 1. Juni beginnt meteorologisch der Sommer, auch wenn es sich im Mai sehr wechselhaft und zuweilen kalt war. Der Sommer mit Sonne und Wärme wird jedoch kommen. Der Sommer ist die Jahreszeit, in der wir uns am häufigsten im Garten oder im Freien aufhalten. In der Fünf-Elemente-Lehre entspricht der Sommer dem Feuer-Element. Ihm ist die Freude zugeordnet. Erfreuen wir uns also der bunten Natur draußen und auf unserem Teller. Ernähre Dich entsprechend der Jahreszeit, heißt ein Grundsatz der Chinesischen Medizin.

Für den Sommer bedeutet das, Obst und Früchte zu essen, frische Gemüse und Blattsalate, leicht bekömmliche Speisen, die dem erhöhten Flüssigkeitsbedarf des Körpers und seiner Dynamik entsprechen.

Frischer Salat
Blattsalate und Früchte
Das heißt nicht, ausschließlich Rohkost zu essen. Wenn Ihr Verdauungssystem wenig belastbar ist und Sie eher zum Frieren neigen, ist es ratsam, weniger Rohes und möglichst oft Gedünstetes oder Gekochtes zu essen. In jedem Fall günstig ist, rohe Anteile wie frische Blattsalate oder auch Früchte, die eher erfrischend und kühlend wirken, in Kombination mit Gekochtem zu essen.
Ganz simpel: Gekochte Kartoffeln und Blattsalat oder Blumenkohl „al dente“ mit Essig und Öl. Solche Salate lassen sich gut mit zur Arbeit nehmen und mittags essen. Statt einer Vinaigrette geht auch Zaziki, der kühlend, befeuchtend und zugleich verdauungsfördernd wirkt.
Der Sommer ist Früchtezeit. Ob süß oder sauer, saftig und farbenfroh – Früchte bereichern den Speisezettel als Obstsalat, Fruchtsuppe, auf Pfannekuchen oder im Müsli. Paradiesapfel wird die Tomate genannt, deren Zeit im Juli beginnt. Sie passt in den französischen Sommereintopf Ratatouille, zusammen mit Paprika, Zucchini, Tomaten, Zwiebeln, frischen Kräutern und Knoblauch.

Garten im Sommer

Essen und Trinken draußen

Zum Sommer gehört Geselligkeit mit Essen und Trinken unter freiem Himmel. Das ist eine Zeit der guten Laune, die ansteckend wirkt. Folgerichtig gehören in der chinesischen Entsprechungslehre Lachen und Freude, das Herz, die Farbe Rot und der Süden zu dieser Jahreszeit. Und der bittere Geschmack gehört dazu. Wir finden ihn im Espresso und in vielen Blattsalaten.
Wenn Sie grillen möchten: der Grill kann mehr als nur Fleisch grillen. Kleine geschälte Zwiebel einschneiden, mit Rosmarion und etwas Butter oder Olivenöl, eingepackt in Grillfolie, 15 Minuten in die nicht mehr heiße Glut legen. Nur 5 Minuten benötigt Blattgemüse wie Spinat, Rucola, Mangold mit etwas Olivenöl und Meersalz. Falls Sie auf Fleisch nicht verzichten mögen, wählen Sie Geflügel oder Fisch. Das ist besser verdaulich und belastet weniger.

Das Herz schützen

Hochsommerliche Temperaturen können dem Herz-Kreislaufsystem zusetzen und beeinträchtigen die Wärmeregulierung des Körpers, vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit. Am besten gehen Sie der Hitze aus dem Weg und suchen Schatten auf, halten die Zimmer kühl und achten auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Trinken Sie statt eiskalter Getränke moderat warmes Wasser oder Schorle oder Gemüsebrühen.

In sehr heißen Ländern trinken die Menschen traditionell Pfefferminztee. Der wirkt kühlend treibt die Hitze über die Hautporen nach außen und verhindert ihre „Verknotung“ im Inneren. Kühlend und das Herz beruhigend sind Heilkräuter wie Zitronen-Melisse, am besten frische Blätter. Gut kombinieren lassen sie sich mit dem etwas bitterer schmeckenden getrockneten Hopfen und aromatischen Lavendelblüten.

Sommer

Sommer kurz gefasst

Eigenschaften: Sonne, Wärme, Strand, Blütenduft, lange Abende im Freien, Urlaubsfreuden, schattiger Ruheplatz

Generallinie: leicht verdauliche Speisen, die die kühlende Kraft des Körpers unterstützen, bei Hitze das Schwitzen fördern und die Säftebildung fördern

Saisonale Nahrungsmittel
Speisen-Vorschläge:
Gekochte Kartoffeln und Blattsalat
Ratatouille
Blumenkohl gekocht mit Vinaigrette
Tomaten-Basilikum-Salat
Grüne-Bohnen-Salat
Salade niçoise
Minestrone
Moussaka
Grill-Gemüse
Erbsen- und Dicke-Bohnen-Mus
Gazpacho
Tarator (kalte Gurkensuppe)
Auberginenmus
Gefüllte Paprika geschmort
Fenchelsalat
Dicke Bohnen mit Speck, Zwiebel

Fruchtsuppe
Obstsalat
Obstpfannkuchen
Brombeercrème
Gerstenbrei mit Beeren

Saucen/Dips:
Vinaigrette
Zaziki
Öl-Joghurt-Zitonen-Sauce

Gemuesegarten
Die Sommer-Saison hat uns eine breite Palette an Gemüse und Obst zu bieten

Chinakohl
Eis- und Kopfsalat, Lollo Rosso
Mangold, Spinat
Blumenkohl, Brokkoli
Rübstiel
Spitzkohl, Weißkohl
Sommerwirsing
Aubergine
Paprika
Salatgurken
Tomaten
Zucchini
Stangensellerie
Fenchelknolle
Karotten
Rote Bete
Stangenbohnen
Dicke Bohnen
Erbsen
Champignons

Äpfel
Aprikosen
Birnen
Brombeeren
Erdbeeren
Heidelbeeren
Himbeeren
Holunderbeeren
Melonen

Fotos in diesem Beitrag: Helmut Magel

Probieren Sie mal: Getreide-Obst-Brei als warmes Frühstück

Fühlen Sie sich schon mal erschöpft, schwach und müde? Dann probieren Sie doch einmal – neben der Sicherung ausreichender Ruhezeiten und einem 7-stündigen Schlaf – ein warmes Frühstück. 10 Tage lang zur Probe. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden Sie sich bereits nach 10 Tagen besser fühlen.

Jahrhundertlang ernährten sich die Menschen von Getreidebreien und Getreide-Suppen, insbesondere zum Frühstück, aber auch zum Abendessen. Die Chinesische Medizin empfiehlt ebenfalls ein warmes Frühstück.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

Man nehme …

Hier eine Anleitung, die Sie je nach Vorlieben abändern können: Weiterlesen