Archiv der Kategorie: Ernährung und Gastrosophie

Den Sommer auf den Teller

Lebensfreude, Lust, Liebe, Lachen, Kreativität, Inspiration entsprechen der Wandlungsphase Feuer. Dazu passt als Jahreszeit der Sommer, der kalendarisch am 21. Juni beginnt. Die alten Weisen empfahlen, sich der Jahreszeit gemäß zu verhalten. Das gilt auch für die Ernährung. Damit ist jedoch mehr als Grillen im Garten gemeint.

Heitere Stimmung – leichte Speisen

Lebensfreude, Lust, Liebe, Lachen, Kreativität, Inspiration entsprechen der Wandlungsphase Feuer. Dazu passt als Jahreszeit der Sommer, der meteorologisch am 1. Juni beginnt. Die alten Weisen empfahlen, sich der Jahreszeit gemäß zu verhalten. Das gilt auch für die Ernährung. Damit ist jedoch mehr als Grillen im Garten gemeint.

Zu der heiteren Leichtigkeit, die im Sommer angezeigt ist, würden schwer im Magen liegende Eintöpfe ganz und gar nicht passen. Heiterkeit und Leichtigkeit kommen dann auf, wenn das Qi, die Lebensenergie, und das Blut unbeschwert fließen können.

Mehr noch: die Energie sollte nach „oben“ fließen. Nach oben zum Herzen und um den Geist, den „Kopf“, frei zu halten von schweren Gedanken. Dazu passen zum Beispiel Blattsalate und leicht verdauliche, nicht zu lange gekochte Gemüse.

Und zur Oberfläche, zur Haut, soll die Energie fließen. Damit soll verhindert werden, dass sich im Inneren des Körpers Hitze anstauen kann. Mit anderen Worten: das Schwitzen soll gefördert werden, wenn es heiß wird. Aber bitte nehmen Sie dafür keine Eiswürfel. Wenn Sie schon mal in heißen Ländern waren, dann wissen Sie vielleicht, dass die Menschen dort heißen Tee trinken und keine Cola mit Eiswürfeln. Der heiße Tee, und zusätzlich oft scharf gewürzte Speisen, treiben die Hitze von Innen nach außen.

Warum ist das wichtig? Dem Sommer ist das Herz zugeordnet, das im Sommer des besonderen Schutzes bedarf. Da es, wie der Sommer, zur Wandlungsphase Feuer gehört, muss es vor Hitze geschützt werden. Besonders bei schwül-warmem Wetter bekommt man leicht Kreislaufprobleme.

Sie brauchen nicht zum Rohköstler zu werden

Es heißt es auch, im Sommer soll die kühlende Kraft des Körpers, die wie ein Thermostat funktioniert, bewahrt werden. Auch dafür sollten Sie nichts aus dem Kühlschrank essen oder trinken. Dafür stellt die Natur uns säftereiches Obst und wasserreiche Gemüsesorten zur Verfügung. Beide kühlen den Körper und befeuchten ihn zusätzlich, kompensieren so den Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen.

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Kaffee lässt Funken bis ins Gehirn sprühen (Balzac)

„Der Kaffee fällt sozusagen in Ihren Magen hinein, entflammt ihn förmlich und lässt die Funken bis ins Gehirn hinauf sprühen. Die Folge davon ist eine allgemeine Aufregung, die Gedanken kommen in eine Verwirrung wie die Bataillone der grossen Armee auf dem Schlachtfelde, und die Schlacht findet eben statt. Die Erinnerungen stürmen im Laufschritt eines heftigen Angriffs mit fliegenden Fahnen. Die leichte Kavallerie der vergleichenden Vorstellungen entfaltet sich in einem grossartigen Galopp, die Artillerie der Logik kommt mit ihrem Train und dem schweren Geschütz, die Geistesblitze sind sozusagen die Sprengbomben, die Figuren stellen sich auf, das Papier bedeckt sich mit Tinte, denn die nächtliche Arbeit beginnt jetzt, und sie endet ja mit ganzen Strömen von schwarzem Wasser so wie das Schlachtfeld mit schwarzem Pulver.“
(Honoré de Balzac)

Koffein gehört zu den psycho-aktiven Drogen

Damit reiht sich der Kaffee ein in die Gruppe der Stimulanzien. Koffein ist damit eine pharmakologisch aktive Substanz. Anregende Inhaltsstoffe finden wir über den Kaffee hinaus in Tee, Cola-Getränken, Mate, Energy-Drinks und in geringen Mengen auch im Kakao. Koffein ist weltweit das am häufigsten konsumierte Stimulanzium.

Tatsächlich lassen sich die von Balzac zugegebenermaßen dramatisch geschilderten Wirkungen des Kaffees aber durchaus bestätigen. Auch wenn wir nicht 50 Tassen am Tag trinken müssen, wie dies dem berühmten französischen Schriftsteller Honoré de Balzac (1799-1850) nachgesagt wird.

Je älter die Deutschen sind, desto häufiger trinken sie täglich Tee oder Kaffee, entsprechend fast alle über 60-Jährigen (97 %). Das steht im „Ernährungsreport 2017 – Deutschland, wie es isst“. US-amerikanische Gesundheitsforscher würden dem beipflichten, ihrer Meinung nach lebt länger, wer Kaffee trinkt. Zwei bis fünf Tassen Kaffee (bis zu 400 Milligramm Koffein), über den Tag verteilt, können entsprechend vieler Studien die Gesundheit fördern.

Positiv bestätigen lassen sich folgende Erkenntnisse

• Kaffee steigert die Wachheit
• Kaffee verbessert die Konzentrationsleistung und Merkfähigkeit, insbesondere das Kurzzeitgedächtnis.

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Holunderblüten – jetzt backen

Der Frühsommer zeigt sich an den blühenden Gräsern, dem Schlehdorn und Holunder. Die Blütendolden des Holunders können Sie in Teig ausbacken und zum Beispiel mit Erdbeersauce essen, denn Erdbeeren gibt es jetzt frisch zu kaufen.

So wird es gemacht:

Holunderbluete
1. Blütendolden abschneiden, ausschütteln (damit kleine Tiere herausfallen).
2. Einen Teig aus Mehl, halb Wasser und halb Milch mit Vanillezucker anrühren, nicht zu fest und nicht zu flüssig.
3. Ein Ei trennen: Eigelb in dem Teig verrühren, Eiweiß mit dem Mixer steif schlagen und unter den Teig ziehen.
4. Öl in einem Topf, dessen Durchmesser für die Dolde groß genug ist, daumendick füllen und heiß werden lassen.
5. Einzelne Dolde am Stiehl fassen, in den Teig tunken, etwas abtropfen lassen und in das Öl geben, kurz an den Boden drücken (damit sich sich Dolde in der Breite entfaltet) und ausbacken (1 – 2 Minuten).
6. Ausgebackene Dolde auf saugfähigem Küchen-Krepp ablegen.
7. Erdbeeren putzen und vom Stiehlansatz befreien, pürieren, evtl. etwas Honig zufügen.
8. Erdbeersauce und gebackene Dolde auf dem Teller anrichten.
9. Guten Appetit

Holunderblueten-Baum
Holunderblüten sind ein Heilkraut

Sie dienen getrocknet als wirksames Heilkraut zur Behandlung von Erkältungen, grippalen Infekten mit Schnupfen und Halsentzündung, auch bei Heuschnupfen. Darüber hinaus lassen sie sich einsetzen bei rheumatischen Beschwerden. Ihr Temperaturverhalten ist kühl, ihr Geschmack aromatisch und süß.

Holunderblüten können im Bedarfsfall frisch mit heißem Wasser übergossen werden, dann ziehen lassen und nach ca. 5 Min. abseihen und trinken.

Holunderblueten-Infus

Mein intelligenter Kühlschrank

Nicht mehr der Herd, sondern der Kühlschrank ist der Mittelpunkt der Küche.

Nicht mehr der Herd, sondern der Kühlschrank ist der Mittelpunkt der Küche.

„Guten Tag,
Firma Biofrost. Ihr Kühlschrank hat sich gemeldet. Sie benötigen Nachschub. Wir haben alles den aktuellen Daten Ihrer Smart-Watch angepasst. Schließlich wollen Sie doch am Monatsende den Bonus Ihrer Krankenkasse erreichen… äh, wird alles automatisch von ihrem Konto abgebucht, wie immer. Schönen Tag noch und nutzen Sie das Wetter. Viel Spaß beim Fitnessprogramm. Sie schaffen das schon. …
Ja, dann auf Wiedersehen.“

Einkaufen gehen – das war gestern.

Was der Sommer uns zu bieten hat: Ernährung nach TCM-Gesichtspunkten

Am 1. Juni beginnt meteorologisch der Sommer, auch wenn es sich im Mai sehr wechselhaft und zuweilen kalt war. Der Sommer mit Sonne und Wärme wird jedoch kommen. Der Sommer ist die Jahreszeit, in der wir uns am häufigsten im Garten oder im Freien aufhalten. In der Fünf-Elemente-Lehre entspricht der Sommer dem Feuer-Element. Ihm ist die Freude zugeordnet. Erfreuen wir uns also der bunten Natur draußen und auf unserem Teller. Ernähre Dich entsprechend der Jahreszeit, heißt ein Grundsatz der Chinesischen Medizin.

Für den Sommer bedeutet das, Obst und Früchte zu essen, frische Gemüse und Blattsalate, leicht bekömmliche Speisen, die dem erhöhten Flüssigkeitsbedarf des Körpers und seiner Dynamik entsprechen.

Frischer Salat
Blattsalate und Früchte
Das heißt nicht, ausschließlich Rohkost zu essen. Wenn Ihr Verdauungssystem wenig belastbar ist und Sie eher zum Frieren neigen, ist es ratsam, weniger Rohes und möglichst oft Gedünstetes oder Gekochtes zu essen. In jedem Fall günstig ist, rohe Anteile wie frische Blattsalate oder auch Früchte, die eher erfrischend und kühlend wirken, in Kombination mit Gekochtem zu essen.
Ganz simpel: Gekochte Kartoffeln und Blattsalat oder Blumenkohl „al dente“ mit Essig und Öl. Solche Salate lassen sich gut mit zur Arbeit nehmen und mittags essen. Statt einer Vinaigrette geht auch Zaziki, der kühlend, befeuchtend und zugleich verdauungsfördernd wirkt.
Der Sommer ist Früchtezeit. Ob süß oder sauer, saftig und farbenfroh – Früchte bereichern den Speisezettel als Obstsalat, Fruchtsuppe, auf Pfannekuchen oder im Müsli. Paradiesapfel wird die Tomate genannt, deren Zeit im Juli beginnt. Sie passt in den französischen Sommereintopf Ratatouille, zusammen mit Paprika, Zucchini, Tomaten, Zwiebeln, frischen Kräutern und Knoblauch.

Garten im Sommer

Essen und Trinken draußen

Zum Sommer gehört Geselligkeit mit Essen und Trinken unter freiem Himmel. Das ist eine Zeit der guten Laune, die ansteckend wirkt. Folgerichtig gehören in der chinesischen Entsprechungslehre Lachen und Freude, das Herz, die Farbe Rot und der Süden zu dieser Jahreszeit. Und der bittere Geschmack gehört dazu. Wir finden ihn im Espresso und in vielen Blattsalaten.
Wenn Sie grillen möchten: der Grill kann mehr als nur Fleisch grillen. Kleine geschälte Zwiebel einschneiden, mit Rosmarion und etwas Butter oder Olivenöl, eingepackt in Grillfolie, 15 Minuten in die nicht mehr heiße Glut legen. Nur 5 Minuten benötigt Blattgemüse wie Spinat, Rucola, Mangold mit etwas Olivenöl und Meersalz. Falls Sie auf Fleisch nicht verzichten mögen, wählen Sie Geflügel oder Fisch. Das ist besser verdaulich und belastet weniger.

Das Herz schützen

Hochsommerliche Temperaturen können dem Herz-Kreislaufsystem zusetzen und beeinträchtigen die Wärmeregulierung des Körpers, vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit. Am besten gehen Sie der Hitze aus dem Weg und suchen Schatten auf, halten die Zimmer kühl und achten auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Trinken Sie statt eiskalter Getränke moderat warmes Wasser oder Schorle oder Gemüsebrühen.

In sehr heißen Ländern trinken die Menschen traditionell Pfefferminztee. Der wirkt kühlend treibt die Hitze über die Hautporen nach außen und verhindert ihre „Verknotung“ im Inneren. Kühlend und das Herz beruhigend sind Heilkräuter wie Zitronen-Melisse, am besten frische Blätter. Gut kombinieren lassen sie sich mit dem etwas bitterer schmeckenden getrockneten Hopfen und aromatischen Lavendelblüten.

Sommer

Sommer kurz gefasst

Eigenschaften: Sonne, Wärme, Strand, Blütenduft, lange Abende im Freien, Urlaubsfreuden, schattiger Ruheplatz

Generallinie: leicht verdauliche Speisen, die die kühlende Kraft des Körpers unterstützen, bei Hitze das Schwitzen fördern und die Säftebildung fördern

Saisonale Nahrungsmittel
Speisen-Vorschläge:
Gekochte Kartoffeln und Blattsalat
Ratatouille
Blumenkohl gekocht mit Vinaigrette
Tomaten-Basilikum-Salat
Grüne-Bohnen-Salat
Salade niçoise
Minestrone
Moussaka
Grill-Gemüse
Erbsen- und Dicke-Bohnen-Mus
Gazpacho
Tarator (kalte Gurkensuppe)
Auberginenmus
Gefüllte Paprika geschmort
Fenchelsalat
Dicke Bohnen mit Speck, Zwiebel

Fruchtsuppe
Obstsalat
Obstpfannkuchen
Brombeercrème
Gerstenbrei mit Beeren

Saucen/Dips:
Vinaigrette
Zaziki
Öl-Joghurt-Zitonen-Sauce

Gemuesegarten
Die Sommer-Saison hat uns eine breite Palette an Gemüse und Obst zu bieten

Chinakohl
Eis- und Kopfsalat, Lollo Rosso
Mangold, Spinat
Blumenkohl, Brokkoli
Rübstiel
Spitzkohl, Weißkohl
Sommerwirsing
Aubergine
Paprika
Salatgurken
Tomaten
Zucchini
Stangensellerie
Fenchelknolle
Karotten
Rote Bete
Stangenbohnen
Dicke Bohnen
Erbsen
Champignons

Äpfel
Aprikosen
Birnen
Brombeeren
Erdbeeren
Heidelbeeren
Himbeeren
Holunderbeeren
Melonen

Fotos in diesem Beitrag: Helmut Magel

Probieren Sie mal: Getreide-Obst-Brei als warmes Frühstück

Fühlen Sie sich schon mal erschöpft, schwach und müde? Dann probieren Sie doch einmal – neben der Sicherung ausreichender Ruhezeiten und einem 7-stündigen Schlaf – ein warmes Frühstück. 10 Tage lang zur Probe. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden Sie sich bereits nach 10 Tagen besser fühlen.

Jahrhundertlang ernährten sich die Menschen von Getreidebreien und Getreide-Suppen, insbesondere zum Frühstück, aber auch zum Abendessen. Die Chinesische Medizin empfiehlt ebenfalls ein warmes Frühstück.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

Man nehme …

Hier eine Anleitung, die Sie je nach Vorlieben abändern können: Weiterlesen

Dem Frühling mit Aphrodisiaka nachhelfen

Wenn der Frühling noch nicht eingeschlagen hat: Das richtige Essen kann die Sinne wecken. Nicht umsonst ist das erste Rendezvous oft mit Essen verbunden. Die Liebe geht bekanntlich durch den Magen, aber auch die Lust! Aphrodisiaka helfen mit, das Lustempfinden neu zu wecken! Haben sie jedoch wirklich die erhoffte Wirkung auf uns oder ist das alles nur Aberglaube?

Aphrodisiaka sind keine Lustpillen

Wenn der Frühling noch nicht eingeschlagen hat: Das richtige Essen kann die Sinne wecken. Nicht umsonst ist das erste Rendezvous oft mit Essen verbunden. Die Liebe geht bekanntlich durch den Magen, aber auch die Lust! Aphrodisiaka helfen mit, das Lustempfinden neu zu wecken!

Seit Menschengedenken wird nach Mitteln gesucht, um die sexuelle Lust zu steigern. Wussten Sie, dass viele natürliche Aphrodisiaka sich in unserer Küche befinden, ohne dass Sie es bemerken?

Die Bezeichnung Aphrodisiaka leitet sich ab von der griechischen Göttin für Schönheit und Liebe, Aphrodite. Aphrodisiaka können eingesetzt werden, um sexuelle Lust zu wecken oder sie zu verstärken. Dazu zählen Gerüche, Nahrungsmittel, Getränke, Räucherwerk und Gegenstände.

Die einen sind von der anregenden Wirkung von Austern überzeugt, in Ostasien schwört man auf die Wirkung gebratener Hoden eines Tigers oder dessen Penis oder auf das gemahlene Horn eines Nashorns. Alle Kulturen haben ihre speziellen Aphrodisiaka hervorgebracht.

Aphrodisiaka können unterteilt werden in vier Gruppen:
• Nahrungsmittel (zum Beispiel Trüffel, Spargel, Austern)
• Genussmittel (zum Beispiel Gewürze, Kaffee oder Tee)
• Gifte (zum Beispiel den Fliegenpilz, Stechapfel, Alraune)
• Zaubermittel (zum Beispiel Nashorn-Pulver)

Eins sollte klar sein: Aphrodisiaka sind keine Lustpillen, die einen wie auf Knopfdruck wild und leidenschaftlich werden lassen.

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Fünf-Elemente-Empfehlungen für den Frühling

Frühling entspricht dem „Holz“-Element und der Leber und Gallenblase als Organe. Nach der Philosophie der Chinesischen Medizin ist die Leber verantwortlich für den reibungslosen Fluss der Qi-Energie im ganzen Körper. Wenn die Leber reibungslos funktioniert, laufen auch alle körperlichen und emotionalen Aktivitäten im ganzen Körper reibungslos ab. Also, bewegen Sie Ihr Qi für eine optimale Gesundheit in diesem Frühjahr. Hier sind einige Anregungen.

Die Leber stärken und alles in Bewegung bringen

Frühling entspricht dem „Holz“-Element und der Leber und Gallenblase als Organe. Nach der Philosophie der Chinesischen Medizin ist die Leber verantwortlich für den reibungslosen Fluss der Qi-Energie im ganzen Körper. Wenn die Leber reibungslos funktioniert, laufen auch alle körperlichen und emotionalen Aktivitäten im ganzen Körper reibungslos ab. Also, bewegen Sie Ihr Qi für eine optimale Gesundheit in diesem Frühjahr.

Dehnungsübungen – Die Leber kontrolliert die Sehnen. Nach der Chinesischen Medizin gibt speichert die Leber in Ruhephasen das Blut, um es in Zeiten der Aktivität an die Sehnen weiter zu leiten und so Gesundheit und Flexibilität aufrecht zu erhalten. Integrieren Sie eine morgendliche Übungsphase in Ihre Alltags-Routine. Versuchen Sie es mit Yoga oder Taijiquan.

Augen-Übungen – Die Leber öffnet sich in die Augen. Obwohl alle Organe eine Verbindung zu den Augen haben, ist es die Leber, die für die ordnungsgemäße Funktion der Augen verantwortlich ist. Denken Sie daran, Pausen einzulegen, wenn Sie für längere Zeit an einen Computer-Monitor arbiten und machen Sie zwischendurch Augenübungen.

Grünes essen – Grün ist die Farbe der Leber und des Frühlings. Essen Sie junge Pflanzen – frisches Blattgemüse, Wildkräuter wie Löwenzahnblätter, Knoblauchrauke, Sauerampfer, Gartenkresse. Damit und indem Sie durch viel körperliche Bewegung das Qi bewegen, können Sie die Leber-Funktionen verbessern.

Saurer Geschmack – Saures in geringen Mengen hilft, das die Leber-Qi zu stimulieren und zugleich die Leber zu schützen. Setzen Sie Zitronenscheiben in Ihr Trinkwasser, richten Sie Blattsalate mit Essig und Olivenöl als Salat-Dressing an. Garnieren Sie Ihr Brot mit einer Pickles.

Bewegen Sie sich im Freien – Die Luft draußen unterstützt den Leber-Qi-Fluss. Wenn Sie sich gereizt fühlen oder gestresst, helfen Aktivitäten im Freien, die Emotionen zu glätten und Leber-Qi-Stagnation zu lösen. Versuchen Sie es mit Wandern, einem flotten Spaziergang oder Nordic Walken.

Scharfer Geschmack – Speisen mit scharfen Nahrungsmitteln wie Zwiebeln, Knoblauch, Porree und Gewürzen wie Pfeffer, Chili, Curry und Meerrettich unterstützen die innere Dynamik des Stoffwechsels im Frühjahr und machen gute Laune.

Trinken Sie Mariendistel-Tee – Mariendistel schützt die Leberzellen vor aufgenommenen Giftstoffen und regt die Leber an, sich von Schadstoffen zu befreien. Ein Teelöffel der getrockneten Mariendistelfrüchte mit 1/4 Liter heißem Wasser übergießen, 10-15 Min. bedeckt ziehen lassen, dann abseihen und schluckweise trinken. Täglich eine Tasse, maximal sechs Wochen lang.

Mariendistel-2

Lassen Sie sich akupunktieren – Akupunktur und Chinesische Medizin können dazu beitragen, die allgemeine Gesundheit der Leber zu stärken und Ihre durch Stress, Wut und Frustration beeinträchtigte Gemütsverfassung zu glätten und zu harmonisieren.

Helmut Magel gibt ab 1./2. Oktober 2016 über sieben Wochenenden die Ausbildung „Westliche Kräuter nach TCM – Von der Diagnose über die Auswahl der Kräuter zur Rezeptur“. Wenn Sie interessiert sind, schauen Sie unter http://www.awz-bw.de/index.php/ausbildung/westliche-kraeuter-in-der-tcm

 

Heute morgen Müsli gegessen?

Rezept: Warmes Müsli mit Apfel zum Frühstück

Nichts geht über ein gutes Frühstück

Nichts geht über ein gutes Frühstück

In der Chinesischen Medizin wird ein warmes Frühstück empfohlen, besonders für Menschen, die sich oft matt fühlen, rasch frieren, Verdauungsprobleme haben und unter Schleimbelastung leiden. Wenn Sie ähnliche Probleme haben, dann probieren Sie mal, morgens ein warmes Müsli zu essen. Am besten eine Woche lang. Und dann schauen Sie, ob Sie sich besser fühlen. Wenn das der Fall ist, wiederholen Sie das doch eine Zeit lang, ohne das Müsli zum Dogma zu machen. Hier eine Anleitung, die Sie gerne je nach Jahrszeit und Vorlieben verändern oder erweitern können.

Zutaten:
• 2-3 gehäufte EL Haferflocken
• 125 ml Kuhmilch oder „Haferdrink“ oder heller Weintraubensaft
• einige Rosinen
• 1 großen Apfel oder 2 kleine Äpfel (und/oder eine Birne oder anderes Obst der Jahreszeit)
• 2 Walnusshälften
• 1 TL Kürbiskerne
• 2 geschälte Mandeln
• 3 Haselnüsse
• evtl. eine Dattel (kleingeschnitten)
• evtl. 1 TL Honig, Zimt

So wird es gemacht:
• Haferflocken in eine Schale geben, Flüssigkeit zum Einweichen darüber gießen, Rosinen, Dattel dazu geben
• Apfel (und/oder eine Birne oder anderes Obst der Jahreszeit) schälen, Gehäuse entfernen, in dünne Scheiben schneiden, in einem Topf oder einer Pfanne mit 1 TL Butter dünsten, dann nach belieben mit Zimt bestreuen.
• Nüsse und Kerne mit einem Wiegemesser zerkleinern und bereit stellen.
• Die eingeweichten Flocken mit der Flüssigkeit zu dem gedünsteten Obst geben, alles aufkochen lassen, dabei umrühren, um nichts anbrennen zu lassen. Das Ganze sollte ein Brei sein – nicht zu trocken und nicht zu flüssig.
• Zum Schluss die gehackten Nüsse hinzufügen und kurz untermischen.
• Evtl. mit 1 TL Honig abschmecken.

Warm essen bzw. an heißen Tagen erst abkühlen lassen. Wenn Sie eine größere Portion zubereiten, können Sie einen Teil mit zur Arbeit nehmen und als Zwischenmahlzeit essen.

Variante: Statt der Haferflocken können Sie auch andere Flocken (z.B. von Hirse, Dinkel oder Reis) nehmen oder gekochten Reis oder gekochte Hirse, die Sie auf Vorrat zubereiten können. In der warmen Jahreshälfte können Sie statt der Äpfel Obst der Jahreszeit verarbeiten.

Gib ihm Saures – Frühling und Holz-Energie

Frühlingssalat mit Essig und Öl, Salz und Pfeffer und etwas Senf

Frühlingssalat mit Essig und Öl, Salz und Pfeffer, etwas Senf und Ziegenkäse als Beigabe

Im Sinne der Fünf Wandlungsphasen zählt zu der jetzt anbrechenden Holz-Phase der saure Geschmack. Heißt das, dass Sie jetzt vor allem „Saures“ essen sollen? Ja und Nein.

Frühling und Holz stehen für Aufbruch. Die Holz- Energie ist nach oben gerichtet und verbreitet sich. Das entspricht eher dem scharfen Geschmack.

Der saure Geschmack macht genau das Gegenteil: zieht zusammen, hält die Körpersäfte im Inneren. Er wäre dann gut, wenn unsere Holz-Energie über das Ziel hinausschießt, in Hektik und Aktivismus übergeht. In kleinen Mengen stärkt er die Leber (z.B. einige Tropfen Zitronensaft über gekochtes Gemüse oder zum Blattsalat), und das nicht nur im Frühling. Viele wirklich saure Sachen gibt es im Moment sowieso nicht. Jedenfalls nicht frisch. Nur der Sauerampfer wäre hier zu nennen, mit dem sich ab und zu ein Süppchen bereiten ließe.

Dass das Saure in kleinen Mengen die Arbeit der Leber unterstützt, wissen sogar die Food-Designer von MacDonald und lassen auf den Hamburger eine saure Gurkenscheibe legen. Das Saure hilft eben, die Verdaulichkeit insbesondere fetter Speisen zu verbessern.

Um der Frühjahrsmüdigkeit entgegenzuwirken, sollten unsere Speisen eher das Yang stärken und die Zirkulation anregen, statt sie zu erschweren. Also: Eintöpfe, Bratkartoffeln und Fleischbraten adé. Leicht Verdauliches ist angesagt, das weder Leber und Gallenblase belastet noch schwer im Magen liegt. Dem Gebratenem sollten Sie Gekochtes und Gedünstetes vorziehen, aber auch Blattsalate in Kombination mit Gekochtem sind dem Frühling an- gemessen. Um aus uns heraus zu kommen, würzen Sie ruhig schon mal etwas schärfer. Das macht die Energie durchgängig und entspricht der Aufbruchstimmung.
Guten Appetit!